Böhmisches Erzgebirge Klösterle an der Eger Grenzgaenger Gasthaus Wildbach SCOLA.CZ Wopparn Mühle

Die Geschichte des Erzgebirgskammweges..

Die Anregung zu einem Erzgebirgs-Kammweg nach dem Muster des Riesengebirgs-Kammweges, des “Pinzgauer Spazierganges” in den Alpen, des Thüringer Rennsteiges und auch den kleineren Kammwegen im Böhmerwald; ging von dem damaligen Schriftführer des Teplitzer Gebirgsvereins, Herrn Josef Brechensbauer, auf einer Delegiertenversammlung des Nordwestböhmischen Gebirgsvereins-Verbandes in Komotau am 28. Feber 1904 aus.

Trotz anfänglicher Widerstände war im Jahre 1905, insbesondere auch durch die tatkräftige Unterstützung der sächs. Erzgebirgsvereine, der Erzgebirgs-Kammweg mit dem Zeichen des vierzackigen blauen Kammes auf weissem Grunde auf der 290 km langen Strecke vom Elbstrom bei Tetschen bis zur Stadt Asch an den Abhängen des Fichtelgebirges markiert. Dadurch wurden erst so recht die Naturschönheiten u. -besonderheiten des Erzgebirgskammes dem Bergwanderer erschlossen. In 9-10 Tagen (Sommer) bzw. 4-5 Wintertagen (Skiwanderung) lässt sich der anspruchsvolle Gebirgsweg über das Böhmische Erzgebirge bewältigen ...



Historische Ansichtskarte “Gruss vom Kammweg Schneekoppe - Lausche - Schneeberg - Fichtelberg” ,
© Matthias Großer - Sebnitz/Sachsen.



Der Blaue Kammweg.

Am 13. April 1902 trafen sich Vertreter der nordböhmischen Gebirgsvereine insbesondere aus dem Lausitzer Gebirge in Warnsdorf und entschieden sich zur Markierung eines Wanderweges vom Jeschken auf den Rosenberg unter dem Zeichen eines vierzackigen blauen Kammes. Dieses Treffen ist die Geburtsstunde des B la u e n K a m m w e g e s. Im Juni 1903 erkunden und erwandern A. Paudler und August Frind, Kunstmaler aus München, die Strecke vom Jeschken nach dem Rosenberg.

Am 6. September 1903 einigten sich dann die Isergebirgs- und Riesengebirgsvereine in Wurzelsdorf auf die Verlängerung dieses Weges von der Karlsthaler Brücke bis zur Schneekoppe.

1904 traten dann in Komotau auch die Erzgebirgsvereine des Nordwestböhm. Gebirgsvereins-Verbandes dieser Initiative mit der Markierung von Tetschen-Bodenbach bis nach Asch bei. 1906 erscheint der 1. Erzgebirgs-Kammweg-Führer von Josef Brechensbauer/Teplitz-Schönau mit einer großen Karte des Kammweges über das Erzgebirge.

1913 wurde der Blaue Kammweg von Asch im Egerland ab durch einen sogenannten Verbindungskammweg bis nach Blankenstein an der Saale (hier Anschluss an den Rennsteig) auf deutsches Gebiet verlängert (Idee zum Zusammenschluss aller mitteleuropäischen Kammwege von der Saar bis nach Schlesien).

Von 1918 bis 1931 wurde der Blaue Kammweg dann in den Ostsudeten und in den Landkarten schrittweise von der Schneekoppe bis zum Gipfel des Altvaters markiert und karthografiert und erreichte somit die Länge von fast 800 km.

Der Erzgebirgs-Kammweg ist das 240 km lange Teilstück des Blauen Kammweges (Schneekoppe-Asch) über unsere Heimat, der Kammlandschaft des Erzgebirges.


Die historische Kammwegmarke:

Älteste Blechversion (die blauweisse Farbe ist abgeblättert) aus der ersten Markierungszeit 1904/05, die beständigere Emailleversion aus den 20´er Jahren und die Wegemarke für das Gelände am Kammweg (1/2 Größe). © Matthias Großer - Sebnitz/Sachsen 


Die markante blaue Kammwegmarkierung wurde im Jahre 1902 ersonnen von Herrn August Otto, Fabrikant und Gebirgsvereins-Mitglied aus Warnsdorf in Nordböhmen (Lausitzer Gebirge). Auch heute noch zeitlos, unverwechselbar und vor allem einprägend, d.h. erinnern sich viele Landsleute bis heute an die Markierung des Kammweges auf ihrem täglichen Schulwege vor über siebzig Jahren ...

Die drei oben abgebildeten historischen Kammwegmarken stammen aus dem Archiv von Matthias Großer aus Sebnitz/Sachsen und Herrn Joza aus Bodenbach/Tetschen. Bei der Emailleversion handelt sich um eine Kammwegmarke aus den 20´er Jahren, das Schild stammt vom Haus 156/111 in Bodenbach OT Nieder-Ulgersdorf an der Teplitzer Str., das ist die Straße von Tetschen in Richtung Eulau und wurde 1990 bei der Fassadenrenovierung abgenommen.



© Kammwegmarke (Blechversion von 1904/05) an einem Hausgiebel in Heinrichsdorf (2011).


LINK: www.berghof.li
(Dokumentation Nordböhmischer Kammweg - östliche Fortsetzung des Erzgebirgskammweges).

© 2016 www.erzgebirgs-kammweg.de