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Aufgabensammlung Experimentalphysik

Dr. Herbert Schletter

Federpendel

Aufgabenstellung

Ein einfaches Federpendel besteht aus einer vertikal ausgerichteten Schraubenfeder (Federkonstante k, Länge im unbelasteten Zustand l_\mathrm u), deren oberes Ende an einem stabilen Aufhängepunkt befestigt ist. An das untere Ende der Feder wird ein Pendelkörper der Masse m angehängt, wodurch sich die Feder auf die Länge l_\mathrm b dehnt. In dieser Form kann die Bewegung des Federpendels als ungedämpft angesehen werden. Seine Kreisfrequenz werde mit \omega_0 bezeichnet.

Die folgenden Aussagen beziehen sich auf das oben beschriebene Federpendel. Beurteilen Sie deren Richtigkeit.

Aussage Richtig Falsch
Die Masse des Pendelkörpers hat keinen Einfluss auf die Periodendauer dieses Pendels.
Wird das Federpendel auf eine „härtere“ Feder (größere Federkonstante) umgebaut, so verringert sich seine Frequenz.
Mit zunehmender Amplitude der Schwingung nimmt die Periodendauer zu.
Auf dem Mond, wo die Fallbeschleunigung nur etwa ein Sechstel des Wertes auf der Erde beträgt, würde sich das Pendel trotzdem mit der gleichen Frequenz bewegen wie auf der Erde.
Sowohl das Orts-Zeit-Gesetz als auch das Geschwindigkeits-Zeit-Gesetz des Pendelkörpers werden durch eine Sinus- oder Kosinusfunktion beschrieben.
Wird für das Pendel eine andere Feder mit größerer Länge l_\mathrm u verwendet, so wird zwangsläufig die Periodendauer zunehmen.

Lösung

Für Kreisfrequenz \omega, Frequenz f und Periodendauer T eines Federpendels gilt:

\begin{aligned} \omega & = \sqrt{\frac{k}{m}} \\ f & = \frac{\omega}{2\pi} = \frac{1}{2\pi}\sqrt{\frac{k}{m}} \\ T & = \frac{1}{f} = 2\pi\sqrt{\frac{m}{k}} \, . \end{aligned}

Die Masse des Pendelkörpers hat keinen Einfluss auf die Periodendauer dieses Pendels.
Falsch: Die Periodendauer ist proportional zu \sqrt m.
Wird das Federpendel auf eine „härtere“ Feder (größere Federkonstante) umgebaut, so verringert sich seine Frequenz.
Falsch: Eine härtere Feder erhöht die Frequenz: f\propto\sqrt k.
Mit zunehmender Amplitude der Schwingung nimmt die Periodendauer zu.
Falsch: Die Periodendauer ist unabhängig von der Amplitude.
Auf dem Mond, wo die Fallbeschleunigung nur etwa ein Sechstel des Wertes auf der Erde beträgt, würde sich das Pendel trotzdem mit der gleichen Frequenz bewegen wie auf der Erde.
Richtig: Die Fallbeschleunigung hat zwar einen Einfluss auf die Dehnung der Feder (Verhältnis \frac{l_\mathrm b}{l_\mathrm u}), nicht aber auf die Schwingung des Pendels.
Sowohl das Orts-Zeit-Gesetz als auch das Geschwindigkeits-Zeit-Gesetz des Pendelkörpers werden durch eine Sinus- oder Kosinusfunktion beschrieben.
Richtig: Das Federpendel führt eine harmonische Schwingung aus, die durch eine einzelne Sinus- oder Kosinusfunktio beschrieben werden kann.
Wird für das Pendel eine andere Feder mit größerer Länge l_\mathrm u verwendet, so wird zwangsläufig die Periodendauer zunehmen.
Falsch: Entscheidend für die Periodendauer ist allein die Federkonstante. Eine längere Feder muss nicht zwangsläufig eine kleinere Federkonstante besitzen.