Elektrostatische Wechelwirkung
Aufgabenstellung
Zum Nachweis der elektrostatischen Wechselwirkung werden zwei Tischtennisbälle (Masse , Durchmesser ) genutzt, die jeweils an einem langen Faden im Abstand voneinander aufgehängt sind (Abstand gemessen zwischen den Mittelpunkten der Bälle). Beide Bälle werden mit derselben elektrischen Ladung aufgeladen. Dabei werden sie jeweils um eine horizontale Strecke aus ihrer Ruhelage ausgelenkt.
- Welchen Betrag hat die Ladung auf jedem der Bälle?
- Auf welche Spannung (gegenüber Masse) sind die Bälle dabei aufgeladen?
Lösung Teil 1
Die folgende Skizze zeigt den Versuchsaufbau und veranschaulicht die in der Rechnung auftretenden Abmessungen:
Auf die Bälle wirken jeweils die Coulombkraft in horizontale Richtung und die Gewichtskraft in vertikale Richtung. Die Bewegung der Bälle erfolgt auf der durch die Fadenlänge vorgegebenen Kreisbahn. Bezogen auf diese Kreisbahn können beide Kräfte in tangentiale und radiale Komponente zerlegt werden:
Die Gleichgewichtslage ist erreicht, wenn die resultierende Tangentialkraft verschwindet. Diese Gleichgewichtsbedingung lässt sich auf zwei Herangehensweisen auf das Verhältnis der Kräfte übertragen:
Die Tangentialkomponenten beider Kräfte müssen den gleichen Betrag aufweisen. Die Tangentialkomponente der Gewichtskraft ist , die der Coulombkraft lautet . Daraus folgt
beziehungsweise
Die resultierende Kraft weist in radiale Richtung. Dann gilt
beziehungsweise
Der Winkel gibt die Auslenkung der Kugel aus der Senkrechten an. Für ihn gilt:
sowie
Die Gleichheit folgt dabei aus dem Satz des Pythagoras.
In die Gleichunng werden die Formeln für Coulomb- und Gewichtskraft eingesetzt:
Anschließend wird nach der gesuchten Ladung aufgelöst:
Mit den Zahlenwerten aus der Aufgabenstellung ergibt sich
Alternativer Lösungsweg anhand der Energie
Alternativ zu den Kräften kann auch die Gesamtenergie (Summe aus Lage- und Coulombenergie) des Systems betrachtet werden:
Der Faktor in der Lageenergie brücksichtigt, dass beide Kugeln ausgelenkt werden. Für die Höhe folgt aus der Auslenkung anhand des Satzes des Pythagoras
Und damit ergibt sich die Gesamtenergie
In der Gleichgewichtslage der Kugeln ist ihre Gesamtenergie minimal:
Wird dies nach aufgelöst, ergibt sich dieselbe Formel wie im ersten Lösungsweg.
Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass ein Energieansatz der Form nicht angewendet werden. Die Auslenkung der Kugeln aus der Senkrechten führt zu einer Verringerung der Gesamtenergie. Die Abnahme der Coulombenergie überwiegt dabei die Zunahme der Lageenergie.
Lösung Teil 2
Der Zusammenhang zwischen Ladung und Spannung ist durch die Kapazität bestimmt:
Der Tischtennisball wird als isolierte Kugelelektrode aufgefasst. Dabei gilt für die Kapazität:
Daraus folgt für die Spannung