Ein PKW fährt mit einer Geschwindigkeit von v0=50hkm, als in einer Entfernung von 28m ein Hindernis vor ihm auftaucht. Nach einer Reaktionszeit von tR=1s beginnt der PKW-Fahrer eine Vollbremsung und bringt sein Fahrzeug unmittelbar vor dem Hindernis zum Stehen.
Welche (als konstant angenommene) Beschleunigung wirkt während des Bremsvorgangs?
Wenn das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von 70hkm gehabt hätte, mit welcher Geschwindigkeit wäre es dabei auf das Hindernis aufgeprallt? (Es gelten dieselbe Reaktionszeit und dieselbe Beschleunigung wie oben.)
Lösung Teil 1
Der gegebene Anhalteweg sA=28m setzt sich zusammen aus dem Reaktionsweg sR und dem Bremsweg sB:
sA=sR+sB.
Innerhalb der Reaktionszeit bewegt sich das Fahrzeug gleichförmig weiter. Dabei wird der Reaktionsweg
sR=v0⋅tR
zurückgelegt. Der anschließende Bremsvorgang wird als gleichmäßig verzögerte Bewegung mit Anfangsgeschwindigkeit beschrieben:
v(t)s(t)=v0−at=v0t−2at2.
Aus dem Geschwindigkeits-Zeit-Gesetz folgt
t=av0−v(t).
Dies wird in das Weg-Zeit-Gesetz eingesetzt:
s(t)=v0⋅av0−v(t)−2a⋅a2v02−2v0v(t)+v(t)2=2av02−v(t)2. Daraus folgt das Geschwindigkeits-Weg-Gesetz der gleichmäßig verzögerten Bewegung:
v(s)=v02−2as.
Bei der Fahrt mit v0=50hkm kommt das Fahrzeug nach sA=28m zum Stillstand. Für den Bremsvorgang bedeutet dies, dass nach einem Bremsweg
sB=sA−sR=sA−v0tR die Geschwindigkeit auf Null gesenkt wurde:
v(sB)=v02−2asB=0.
Daraus folgt
v02=2asB beziehungsweise
a=2sBv02=2(sA−v0tR)v02=6,84s2m.
Dies ist die als konstant angenommene Bremsverzögerung bei diesem Vorgang.
Lösung Teil 2
Bei der Fahrt mit v0=70hkm prallt das Fahrzeug nach Zurücklegen des Wegs sA mit der Restgeschwindigkeit vRest auf das Hindernis. Für diese Restgeschwindigkeit folgt aus dem oben hergeleiteten Geschwindigkeits-Weg-Gesetz der gleichmäßig verzögerten Bewegung:
Tatsächlich könnte der Fahrer in diesem Fall seine Geschwindigkeit nur geringfügig verringern, da sowohl Reaktions- als auch Bremsweg durch die höhere Geschwindigkeit vergrößert werden.