Mai 2008 Archives
Sa 24. Mai 23:46:22 CEST 2008
Schwannensee
Um mich gleich kulturell etwas einzustimmen hatte Benjamin Karten für das Schwannensee-Ballett besorgt. Und so konnten wir Sonntagabend eine Aufführung im Opern- und Balletthaus von Kiew erleben.
Do 22. Mai 19:34:12 CEST 2008
Reise nach Süden
Seit zwei Tage war Moskau nun ständigem Regen ausgesetzt, ein guter Zeitpunkt um meinen knapp dreiwöchigen sehr eindruchsvollen Aufenthalt hier zu beenden!
Für die Zugfahrt nach Kiew hatte ich die 2. Klasse, also Купе gebucht. Und so kam es dann, dass ich zusammen mit einer Russin (Mathematikern) und zwei Ukrainern (der eine sah aus wie Captain Piccar, der andere wie Elten) für 12h in einem Zugabteil eingesperrt war. Die Zugfahrt war sehr schön, die oft beschriebene Gastfreundlichkeit konnte ich hier wieder einmal spüren. Ich hatte nichts zu Essen dabei, was die drei aber nicht daran hinderte, mit mir zu Teilen und mich zum Tee einzuladen.
An der Grenzen war ich dann der einzige, der richtig kontrolliert wurde, ein Deutscher der aus Russland in die Ukraine einreist, scheint nicht zur Normalität zu gehören. Der eine Grenzer konnte nicht einmal meinen Pass einem Land zuordnen, nur gut das Captain Piccar ab und zu beim Aufklären geholfen hat.
Mi 21. Mai 23:59:38 CEST 2008
Football is cooming Moscow!
Ansonsten war dieser Abend mein schönster in Moskau. Ein lauer Sommerabend, gute Stimmung, nette Leute... endlich konnte ich die vielbeschriebenen eigenen Atmosphäre von Moskau fühlen, ein guter Abschluss, wenn's am schönste ist, soll man ja bekanntlich aufhören...
Die 20. Mai 19:07:14 CEST 2008
Zurück in Moskau
Gegen 20:30 Uhr hatten wir St.
Petersburg verlassen und sind auf unsere 9h Rückreise nach Moskau
aufgebrochen. Die Rückfahrt verlief ähnlich zur Hinfahrt, nur waren
alle diesmal viel müder und sind dementsprechend auch schneller
schlafen gegangen.
Da die Metro in Moskau ihren Betrieb erst 6:00 Uhr aufnimmt, musste wir noch etwas vor verschlossenen Toren warten, bis wir dann wieder im Wohnheim ankamen, duschen und den restlichen Schlaf nachholen konnten.
Da mit der Tag nicht ganz sinnlos wurde, hatte ich mir wenigstens für nachmittags noch den Besuch des Puschkinmuseums für Schöne Künste vorgenommen. Neben einer ganzen Menge Skulpturen aus der römischen und griechischen Region gab es auch hier wieder Gemälde des 18. und 19. Jhds. sowie Ägyptische Kunstobjekte zu sehen. Berühmt ist dieses Museum u.a. für den sogenannten Schliemannschatz. Dabei handelt es sich um kostbare (Gold-)Funde aus der antiken Stadt Troja. Schliemann hatte Anfang des 20. Jhd in der Türkei Rest von Troja entdeckt und anschließend u.a. den Schmuck nach Deutschland geschmuggelt um ihn dort auszustellen. Nach dem zweiten Weltkrieg galt der Schatz von Troja offiziell als verschollen. Erst nachdem die russische Duma kurz vor 2000 ein Gesetzt verabschiedet hatte, nachdem Beutekunst offiziell russisches Eigentum wurde, hat man sich ,,getraut'' zuzugeben, dass die Funden in Russland sind und sie letztendlich ausgestellt...
Ansonsten hat mir dieses Museum persönlich sehr gut gefallen. Es ist nicht unendlich groß. Bei der Präsentation der einzelnen Objekte hat man sich meiner Meinung nach mehr Mühe gegeben, als z.B. in der Ermitage. Die Gestaltung der Räume richtet sich hier sehr stark, nach den Ausstellungstücken und schaft somit ein angemessenes Ambiente.
Mo 19. Mai 20:00:28 CEST 2008
auf dem Sprung
die Peter- und Paul-Festung, das
eigentliche Herzstück von St. Petersburg, angeschaut. Die auf einer
Insel gelegene Festung, wurde auf Geheißen von Peter dem Großen
erbaut, und zwar von Anfang an komplett aus Stein. Das war zu
dieser Zeit ein Novum (St. Petersburg ist nicht viel mehr als 200
Jahre alt), bisher bestanden die Städte zur Großen Teilen aus Holz,
die Befestigungen aus Erdwällen.
Nicht nur deswegen konnte St. Petersburg in der Geschichte nie eingenommen werden, die Festung ist einfach zu massiv.
Wie ich mir von der Griechin aus unserer IAESTE-Truppe erklären lassen konnte, gibt es im Griechischen sogar ein Wort das wie St. Petersburg klingt. Verwendet wird es für eine besonders harte Steinart ;)
Mo 19. Mai 14:30:07 CEST 2008
Iwan der Schreckliche, kein cooler Typ
Die bunte Kirche auf dem
Roten Platz mit ihren runden niedlichen Türmen ist wohl weltbekannt
(offiziell heißt sie Basiliuskatherale).Sie wurde im 16. oder 17. Jhd. währende der Herrschaft von Zar Iwan der Schreckliche erbaut. Zum Dank für dieses tolle Bauwerk hat der Zar dem Architekten bzw. Baumeister die Augen ausstechen lassen, schließlich sollte er nicht nochmal auf die Idee kommen, so etwas tolles zu bauen.
Nichtsdestotrotz findet man z.B. auch in St. Petersburg eine Kirche die ähnlich hübsch, wenn auch etwas größer, aussieht. Die Rede ist hier von der Christi-Erlöserkirche.
Mo 19. Mai 10:55:07 CEST 2008
Peterhof
Was ich hier allerdings zum ersten mal gesehen habe, war die Art der Bahnsteige, die wie ein horizontaler Fahrstühl angelegt sind. Im Gegensatz zu allen anderen Metrostationen (egal ob London, Paris, Berlin...) die ich bis jetzt gesehen habe, konnte man hier nicht direkt auf die Gleise schauen, sondern wurde nochmal durch extra Türen von der U-Bahn getrennt. Erst wenn der Zug angehalten hat, öffnen sich die Türen am Bahnsteig, dahinter dann die der Metrowagons... ob das erhöhte Sicherheit sein soll?
Auf jeden Fall konnten wir dann für 5,- € den Park und die sich
darin befindenden Springbrunnen anschauen. Als Deutscher sollte man
hier eigentlich 100,- € Eintritt zahlen, mindestens!
Während des zweiten Weltkrieges wurde St. Peterburg, damals
Leningrad, für fast 900 Tagen von der deutschen Wehrmacht belagert.
Trotz der Übermacht war es nicht möglich den Willen der Einwohner
von St. Peterburg zu brechen, die Stadt fiel nicht. Einzig und
allein den Peterhof konnten die Deutschen einnehmen. Wahrscheinlich
aus Frust haben sie dann den Peterhof gepündert und zerstört.
Gleich nach Ende des Krieges gingen die Restaurationsarbeiten los
und dauern noch bis heute an.
Den anstrengenden Rückweg im Zug haben wir uns dann erspart und sind einfach mit einem Speedboot in 30 Minuten über die Ostsee/Newa zurück nach Petersburg gefahren, dort haben wir dann direkt und schön bequem hinter der Ermitage angelegt... man kann auf so einem Boot richtig gut schlafen ;)
Mo 19. Mai 00:30:07 CEST 2008
Panzerkreuzer Aurora
Als Signal zum Angriff auf den Zarenpalast wurde von dem im Hafen liegenden Kriegsschiff ein (blind)-Kanonenschuss abgegeben, anschließend wurde der Palats gestürmt, die Revolution nimmt ihren Lauf...
Der Rest ist bekannt. Die Aurora ist seitdem eine Art Nationalheiligtum der Russen, das Symbol für das Ende des Zarentums.
Wenn man sich das Schiff heute in Original anschaut, staunt man, wie gut es erhalten ist... den Grund dafür konnte ich allerdings auch erfahren. Währende des zweiten Weltkrieges hatten die Russen Angst, dass die Deutschen die Aurora zur Demotivation zerstören würden. Deswegen haben die Moskauer ihrer Aurora selbst in der Newa versenkt und somit unsichtbar gemacht. Nach dem Sieg über Hitler-Deutschland wurde das Schiff wieder gehoben, restauriert und liegt seit dem festvertaut in St. Petersburg am Hafen.
So 18. Mai 23:55:07 CEST 2008
Öffnet die Tore!
(Finnischer Meerbusen). Da sich
die Stadt sowohl links- als auch rechtsseitig der Newa erstreckt
gibt es viele Brücken. Diese sind allerdings nicht besonders hoch
(eine Elbfähre würde drunter durchpassen, mehr aber auch nicht) und
werden deswegen nachts in der Zeit von 1 bis 4 Uhr geöffnet. Dann
können auch große Segelschiffe den Weg hinaus aufs weite Meer auf
sich nehmen.
Damit der Verkehr nicht komplett lahmgelegt wird, sind nicht alle Brücken gleichzeitig geöffnet. Natürlich konnte ich mir diesen Anblick nicht entgehen lassen und habe mich, bei inzwischen besserem Wetter (kein Regen mehr) zusammen mit vielen anderen Menschen an einen der vielen Brückenköpfe gestellt und das Spektakel beobachtet.
Natürlich konnte dieser Abend nicht so einfach enden... die Russen hatten an diesem Abend die Weltmeisterschaft im Eishockey gewonnen, was da in St. Petersburg los war, nicht zu glauben. Auf jeden Fall musste ich an diesem Abend mehrere glückliche Russen (zwangsweise) Umarmen und mich den Россия, Россия - Jubelrufen anschließen.
So 18. Mai 14:5:07 CEST 2008
Ermitag
Nunja, der Umfang war wie zu erwarten gigantisch, mehr als
Durchlaufen kann man da ohnehin nicht. Dennoch gab es hier und da
einige Leckerbissen zu entdecken. So konnte ich z.B. zwei Gemälde
von Belotto, der natürlich was auch sonst, die Dresdner
Frauenkirche dargestellt hat, ausfindige machen. Da haben die
anderen IAESTE Studenten nicht schlecht geschaut... :) Selbst von
Pirna und der Festung Königsstein gab es zwei Werke.
Ansonsten natürlich viele antike (römische und griechische)
Skulpturen, etwas Schmuck, Teppiche, Münzen, halt alles was man so
damals sammeln konnte.
Insgesamt hat mir der Louvre allerdings besser gefallen. Dort hat man sich bei der Gestaltung der Innenräume mehr Einfallen lassen (z.B. Ausstellungen über mehrere Ebenen innerhalb eines Raumes). Möglicherweise liegt das aber auch einfach an der Bauweise der Ermitag, gelohnt hat es sich auf jeden Fall.
So 18. Mai 00:5:07 CEST 2008
St. Petersburg, 5:00 Uhr morgens, Regen, das Haar sitzt
Wie man es uns
versprochen hatte, war das Wetter in St. Petersburg noch einen Zahn
rauer als in Moskau, eine steife Briese vom Meer, viel Regen und
kalt. Ohne wenn und aber haben wir uns aber tapfer in die Schlacht
begeben und sind auf dem Newski Prospekt losgestiefelt. Im
Gegensatz zu Moskau kommt man in St. Petersburg erstmal auch ohne
Metro klar. Unser erstes Zeil war die Kathedrale von Kasan,
pünktlich 7:30 Uhr haben wir diese
erreicht und konnte gleich
am Gottesdienst teilnehmen ;)
Anschließend ging es weiter ins Hostel um dort unser Gepäck abzugeben. Der Plan ging allerdings nicht auf, da es der Dame am Empfang noch zu zeitig war. Mehr als ein freundliches НЕТ war leider nicht zu hören :(
Weiter ging es mit der Isaac-Kathedrale (die 3. größte Kuppekirche der Welt nach Rom und London), der Admiralität, einem ersten Blick auf die Newa und die Ermitag.
Son 18. Mai 00:25:28 CEST 2008
Go west!
Heute war es nun soweit
die geplante Exkursion nach St. Petersburg sollte starten. Da alles
ziemlich kurzfristig entschieden wurde, konnten wir natürlich nicht
mehr die höchsten Ansprüche an die Zugticktes stellen.
In Russland gibt es im Gegensatz zu uns drei ЛЮКС, КУПЕ und
ПЛАЦ. ЛЮКС ist, wie leicht zu erraten, die erste Klasse und bietet
entsprchenden Kompfort. KУПЕ entspricht ungefähr dem deutschen
Schlafwagen, also eigenes Abteil, das man sich zu zweit teilt. ПЛАЦ
ist die Billigvarianten (3. Klasse), die von den meisten Russen
genutzt wird. Das ganze muss man
sich wie einen Hühnerstall vorstellen, es gibt im ganzen Wagon
keine Türen, die einzelnen Schlafplätze sind wie Büroboxen
voneinander abgetrennt. Den Platz den sich in der 2. Klasse nur
zwei Personen teilen, teilt man sich dann hier zu 6. auf
Holzpritschen. Am Ende ist das ganze aber gar nicht so schlimm, wie
es klingt. Zumindest ich habe wie ein Baby geschlafen und die
Russen waren auch ganz verträglich, kein Lärm, kein übermäßiger
Alkoholgenuss... im Großen und Ganzen angemessenes Reisen!
Und so sind wir von 8:00 Uhr abend bis 5:00 Uhr morgens quer durch den russischen Westen gefahren. Der Zug fuhr nicht schnell, dafür aber leise.
Fr 16. Mai 22:44:07 CEST 2008
Katharinas Park
Erholungsgebiete Moskaus.
Die Besonderheit dieser Parkanlage liegt darin, dass sie von zwei
Architekten geplant wurde. Die Gebäude des ursprünglichen
Architekten wurden nach 10 jähriger Bauzeit wieder abgerissen, da
der Zarin der Baustil nicht gefiel. Anschließend wurde alles von
einem weiteren Architekten wieder neu aufgebaut...
Richtig fertiggestellt wurde der Park allerdings erst letztes Jahr. Der Hauptverdienst liegt wohl beim Moskauer Bürgermeister, der sein ehrgeiziges Projekt, in Moskau eine zweite (und natürlich größere) Erimitage zu etablieren, in den Gemächern der Palastanlage umsetzen will.
Der Park ist so groß, dass man sich darin durchaus verlaufen kann. Besonders romantisch war das Lichtspiel beim Einbruch der Dunkelheit am Hauptbrunnen, hier haben sich die Lichtkünstler mal richtig austoben dürfen...
An der Exkursion hat heute auch noch eine Russe, Archan, der bald für zwei Monate nach Finnland geht, teilgenommen. Insgesamt waren heute sechs verschiedenen Nationen (Deutschland, Finnland, Griechenland, Slowenien, Russland, Spanien) unterwegs.
Fr 16. Mai 01:37:20 MSD 2008
Warmes Wasser, ist doch Luxus
Ob die Moskauer Warmwasserversorgung wirklich zentral geregelt ist, so ganz glauben kann ich es noch nicht, aber zutrauen würde ich es den Russen schon...
Bleibt eigentlich erstmal nur zu hoffen, dass es mich verschont ;)
Fri 16. Mai 00:31:54 CEST 2008
Jetlag - nein Danke!
Zuerst dachte ich noch, dass ich mich diesem neuen Rhythmus anpassen müsste. Da ich aber aufgrund meiner Arbeitssituation nicht zum frühen Aufstehen gezwungen bin, sondern ohne Probleme bis 10oo Uhr schlafen kann, lebe ich auch jetzt noch nach deutscher Zeit (und sehe auch keinen Grund, dass die nächsten Tage noch zu ändern). Konsequenterweise gehe ich natürlich dann auch hier nicht vor 2 Uhr ins Bett... dummerweise fangen dann hier schon wieder die ersten Vögel zu zwitschern an :(
Fri 16. Mai 00:24:40 CEST 2008
Rucksackverbot
Der typische Tourist, oder kurzfristige Auslandsstudent, ist, wie in Europa üblich, an einem Rucksack beliebiger Art und Weise zu erkennen.
Der Moskauer dagegen bevorzugt die schlichte Plastiktüte oder hat einfach alles am Mann. Die Frauen sind natürlich mindestens mit einer Handtasche ausgestattet. Für Plastiktüten mit dem Schriftzug von Gucci oder Boss wird hier sogar Geld auszugeben. Selbst die Professoren am MAI mit Anzug und schicken Schuhen scheinen den Beutel zu lieben...
In der Metro, die man ja nun jeden Tag min. 2h nutzt, wird man sogar komisch angeschaut, wenn man mit Rucksack unterwegs ist, zugegeben man braucht dann meist auch Platz für zwei!
Do 15. Mai 23:14:49 CEST 2008
Oh Arbat, mein Arbat...
Meine einstündige
Rundführung im MAI konnte ich nun heute in Anspruch nehmen. In
erster Linie gab es ein paar ältere Modelle der russischen
Luftwaffe (z.T. auch mit Bewaffnung) zu sehen. Darunter war u.a.
auch ein Senkrechtstarter für Flugzeugträger. Leider konnte mir
meine russisch Begleitung nicht allzuviel erzählen, Sergej hätte da
sicher mehr gewusst, schade eigentlich... aber interessant war es
trotzdem.
Der Arbat, das Kernstück des alten Moskaus, war nun heute Ziel
einer
kleinen Exkursion am Nachmittag.
Bekannt ist die alte Straße Moskaus u.a. für Gaukler und
Straßenkünstler. Als ich dort war, ging deren buntes Treiben gerade
los. Ansonsten kann man dort als Tourist so allen möglichen Plunder
erstehen, von der typischen russischen Fellmütze bis hin zur
Matroschka (gut ich gebe es zu, ich habe ein paar Ansichtskarten
gekauft ;).
Desweiteren sind heute noch zwei IAESTE-Neuankömmlinge zu uns gestoßen, ein Deutscher aus Münster und ein Spanier. Die beiden werden nun zusammen mit dem Rest von IAESTE am Wochenende mit nach St. Petersburg fahren.
Mi 14. Mai 22:59:44 CEST 2008
mal was für die Arbeit
sind, ist es mir am Abend dann
doch noch gelungen, jetzt bin ich happy und so gar ein bisschen
stolz, schließlich hatte ich hier ausser einem Buch keine
Hilfsmittel... auf jeden Fall habe ich jetzt einen Simulator für
einen Kalmanfilter der eine 2D-Bewegung berechnen kann, toll oder?
Zur Belohnung habe ich mir dann am Abend noch einen Kinobesuch gegönnt. In den britischen Akzent musste ich mich zwar erstmal reinhören, der Handlung hat das aber keinen Abbruch getan. Mit dabei waren noch Sergej, der mich damals am Flughafen abgeholt hatte, und eine Freundin von ihm. Irina, wie sie mit Namen heißt, studiert auch am MAI und wird mir morgen mal ein paar Helikopter und Flugzeuge aus der institutseigenen Ausstellung zeigen.
... und gerade ziehen hier lärmende Fussball-Fans an meinem Fenster vorbei, möglicherweise hat ja heute St. Petersburg den Uefa-Cup gewonnen?
Mi 14. Mai 08:19:53 CEST 2008
Moskau, nix für ewig
Dass ich in meinem Wohnheim allerdings keine Möglichkeit zum Kochen bzw. Essen lagern habe ist schon etwas hart. Im Prinzip bleibt mir eigentlich nix anderes übrig als in eine Kneip zu gehen, die anderen IAESTE-Studenten zu besuchen (deren Wohnheim ist wesentlich besser ausgestattet) oder eben trocken Brot zu essen...
Moskau hat sicher seine Reize, aber man verzichtet hier auch auf einige Sachen: mal mit dem Fahrrad durch den Park fahren oder zu Fuß in Ruhe ein Eis schlemme ist nicht drin, ständig ist hier irgendwas los, die Stadt ruht nie.
Das man 80 Prozent der Straßen aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nicht überqueren kann, sondern nur durch Unterführungen bzw. Metrostationen beikommt, daran muss man sich auch erstmal gewöhnen. In Moskau sieht man definitiv weniger Tageslicht, als in Deutschland, hier spielt sich viel unter der Erde ab.
Obwohl ich es nicht für möglich gehalten hätte (besonders für mich, da ich ja nur vier Wochen hier bin), kann man in Moskau sogar zufällig bekannte Menschen auf der Straße treffen. Die trockene Antwort der Russin (IAESTE-Chefin) auf mein überraschtes Gesicht: ,,Moscow isn't that big'', NA KLAR!
Ja und Wäsche waschen, da hat hat man hier drei Möglichkeiten:
- per Hand
- einen Beutel mit Wäsche abgeben, den man dann am Abend naß und hoffentlich vollständig zurückbekommt
- es sein lassen ;)
Di 13. Mai 22:14:04 CEST 2008
Tretjakow-Gallerie
erstmal nur für die alte
entschieden.
Tretjakow war ein Textilkaufmann, der den ehrgeizigen Plan hatte, Russlands größte Kunstsammlung aufzubauen. Letztendlich hat er das auch geschafft und das Museum am Ende der Stadt Moskau geschenkt.
Für die Gallerie selbst braucht man wohl mehr als einen Tag, wenn man sich alles genau anschauen will, aber den hatten wir erstmal nicht.
Neben Gemälden aus dem 17. - 19. Jhd. gab es dort auch eine umfangreiche Ikonen-Sammlung zu begutachten.
Mo 12. Mai 23:43:27 CEST 2008
Einer unter 9. Millionen
Offiziell zählt Moskau
eine Einwohnerzahl von 9. Mio. Allerdings wird davon ausgegangen
dass sich nochmal ca. 4-5 Mio. Menschen illegal, also nicht
gemeldet in Moskau aufhalten. Zählt man die Randgebiete noch dazu
kommt man insgesamt auf knapp 20 Mio. Menschen, das sind 5 mal so
viele wie in ganz Finnland leben (habe ich mir sagen lasse).
In Moskau gibt es immer nur eine Richtung und das ist die mit dem Strom, der Menschenmasse! Sich in der Metro die falsche Tür auszusuchen oder nur auf der falschen Seite zu laufen, wird man ganz schnell bereuen, hier hält niemand an, man wird gnadenlos überrollt.
Die Aufenthalte im Gorki-Park oder dem ВДНХ habe ich bis jetzt am meisten genossen. Hier kommt man mal etwas aus den Menschenmassen heraus (obwohl hier im Vergleich zu einem deutschen Park immer noch ganz schön viel los ist, auch in der Woche) und kann in Ruhe durchatmen...
Mo 12. Mai 23:18:50 CEST 2008
ВДНХ
Eigentlich wollte ich heute noch etwas ,,arbeiten'' und mein Programm für das MAI fertigstellen. Aufgrund des guten Wetters, hey wir hatten heute morgen hier schon blauen Himmel, habe ich aber dann doch spontan den Rechner Rechner sein lassen und bin Richtung ВДНХ aufgebrochen.
Dabei handelt es sich um eine Art
Mini-Sowejtunion im Norden der Stadt. In sogenannten Pavillons
stellen sich alle russischen (sowjetischen) Republiken mit ihren
jeweils typischen Erzeugnissen da. Das ganze ist von einer riesigen
Parkanlage mit zwei prunkigen Springbrunnen eingeschlossen. In
Russland muss man sich merken, dass alles was glänzt, hier auch
Gold ist! Der eine der beiden Springbrunnen ist komplett mit
Blattgold überzogen und besitzt nicht weniger als 800 Fontänen!
Neben allen möglichen und
unmöglichen Relikten befindet sich im ВДНХ auch ein Modellnachbau
der Wostok, der Rakete, die damals Juri Gagarin in den Weltraum
brachte.
Ursprünglich geht der ВДНХ auf
eine Anregung Lenins aus den 30er Jahren zurück. Wie respektvoll
man diesen behandelt kann man auf dem Foto sehen, Lenin muss sich
nun den Platz mit Spiderman teilen ;)
Ebenfalls im Norden der Stadt befindet sich das Medienzentrum
Ostankino.
Zumindest von dem 520m hohen
Fernsehtrum werden die meisten schonmal etwas gehört haben. Nach
einem Brand vor einigen Jahren ist er jetzt wieder eröffnet und
bietet ähnlich wie der Berliner Fernsehtrum, durch sein rotierendes
Inneres, eine 360 Grad Übersicht.
Am Abend bin ich dann noch zur IAESTE-Sprechstunde gegangen und habe mir das Kulturprogramm für die laufende Woche abgeholt. Morgen werden wir nun die ausgefallen Besichtigung der Tretjakow-Galerie nachholen und uns am Freitag noch einen Zarenpalast (wenn ich es richtig verstanden habe) anschauen. Anschließend gab es noch ein gemeinsames Abendbrot mit selbst(aufgewärmten) Pelmenis...
So 11. Mai 16:27:04 CEST 2008
Internet-Selbstversorgung
Wenn ich die Homepage des russischen Provieders MTS richtig entziffert habe, kostet mich das MB in der Zeit von 0:00 - 8:00 Uhr (in Deutschland also von 22:00 - 6:00) nur 1 Rubel. Wer also mit mir chatten will, sollte zu dieser Zeit online sein :)
Hier die notwendigen Zugansdaten um GPRS im MTS-Prepaid-Netz einzuschalten:
| APN | internet.mts.ru |
|---|---|
| Username | mts |
| Password | mts |
| Nummer | *99***1# |
Natürlich habe ich heute auch noch etwas sinnvolles gemacht, und so stand für heute Nachmittag/Abend die Beschäftigung mit meiner Hausaufgabe auf dem Programm.
Sa 10. Mai 23:58:14 CEST 2008
Sergej Passad
Heute stand wieder eine
IAESTE-Exkursion auf dem Plan. Georgia, die Griechin, hatte sich
einen Besuch, Moskaus bedeutendstem Kloster in Sergej Passad
gewünscht. Da ich nix besseres zu tun hatte, bin ich natürlich
kurzer Hand mitgefahren und so waren wir insgesamt inklusive
unserer Betreuerin wieder zu sechst unterwegs.
Da Sergej Passad ähnlich
wie Neu Jerusalem ausserhalb der Stadt liegt, war wieder eine Fahrt
mit den langsamen Vorortzügen Moskaus notwendig. Nach 1,5h Fahrt
und einem halbstündigen Fußmarsch betraten wir das Kloster, das
noch heute von Mönchen, die dort studieren, bewohnt wird. Die
Anlage ist sehr groß und bewies sich in der russischen Geschichte
nicht nur einmal als uneinnehmbar.
Für mich als Ungläubigen hatte die Exkursion eher den Charakter
einer
Besichtigung. Und so
kam es dann, dass ich während ich lümmelnd auf der Klostertreppe
saß von einem Mönch angesprochen wurde, ob ich nicht mit nach oben
auf die Galerie der Kirche kommen wolle. Diese Gelegenheit einen
wünderschönen Blick zu erhaschen ließ ich mir natürlich nicht
entgehen. Oben angekommen wurde
dann allerdings seine wirklich Intention offensichtlich. Es war
kurz vor dreiviertel vier und er brauchte jemanden, dem ihm beim
Läuten der Glocke half.
Und so kam es dann, dass ich zusammen mit 7 weiteren Passanten aus aller Herren Länder für das Läuten der riesigen Glocke von Russlands angesehenstem Kloster zuständig war. Ich hätte nie gedacht, dass man direkt unter einer Glocke stehen kann, während diese geläutet wird, aber es geht, wenn auch sehr schmerzvoll 15 Minuten lang...
Von diesem ohrenbetäubenden Event gibt es natürlich auch ein Video bei Google.
Fr 9. Mai 23:44:08 CEST 2008
9.Mai - Tag des Sieges
Moskau bereitet sich seit gut einer Woche auf diesen Tag vor. Der rote Platz ist gesperrt. Er wird einer der Hauptpunkte sein, an dem die große Militärparade der Russen vorbeiziehen wird.
Der Tag begann schon recht laut, da
mein Wohnheim im Nordwesten der Stadt liegt, der Einflugschneiße
für die Militärflugzeuge, liegt. Ab 8:oo Uhr flogen mehrere Jets in
Formation und Tiefflug über das Wonhein hinweg. Tankmanöver wurden
ebenfalls vorgeführt.
In der Innenstadt wurde die Militärparade von ca. 20.000
Soldaten, Unmengen von Panzern und
zu guter letzt natürlich auch modernen Atomraketen mit mehreren
Sprenköpfen begleitet.
Viel sehen konnte man nicht, da die Innenstadt großräumig abgesperrt war.
Am Abend folgten wir einer Einladung zum Grillen an der Moskwa. Christins Betreuerin und einige ihrer Freunde habe sich dort getroffen und bei Lagerfeuer und Gitarrenmusik ihren Feiertag zelebriert.
22:00 gab es dann noch das Abschlussfeuerwerk zum Tag des Siegs. Insgesamt 7 verschiedenen Punkte, an denen ein Feuerwerk abgehalten wurde, säumten Moskau.
Wie zu erwarten endete der Tag für viele der Moskauer (zumindest Männer) im Alkohol...
Do 8. Mai 22:33:00 CEST 2008
IASTE-Gruppe
Die bunt gemixte
IAESTE-Gruppe mit der ich ab und zu unterwegs bin bestehet aus
Mitja (Slovenien), Georgia (Griechenland), Hanna (Finnland),
Christin (Deutschland) und Emma (auch Deutschland).
Ganz rechts im Bild zu sehen ist unsere russische Betreuerin Daischa. Das Foto enstand, im Vodkamuseum, wo auch sonst ;)
Do 8. Mai 22:28:04 CEST 2008
Vodkamuseum
Am Abend sollte sich
die IAESTE-Truppe für eine Besichtigung der alten Tretjakow-Galerie
treffen, dieser Plan wurde allerdings dann zugunsten eines Besuches
des Vodkamuseums aufgegeben. Für 150 Rubel konnte man sich die
Geschichte des Vodka in Russland auf Englisch erklären lassen und
bekam natürlich auch am Ende noch eine kleine Kostprobe.
Interessant fand ich, dass dem Russen Mendelejew nicht nur das Periodensystem der Element zuzuschreiben ist, sonder dass er auch der erste war, der einen Standard für die Vodkaherstellung (Vodka sollte immer 40% haben...) definierte. Wenn man sowas mal in der Schule lernen würde... ;)
Do 8. Mai 22:18:08 CEST 2008
Russlands Disneyland
Für heute war gutes Wetter
angesagt, der richtig Zeitpunkt für eine weiter Stadttour. Aus dem
Reiseführer habe ich mir eine Runde entlang des Kremels am Ufer der
Moskau herausgesucht. Zielpunkt war dann der Gorki-Park, eine Art
Vergnügungspark aus Sowjetzeiten.
Neben russischer
Beschallung per Radio gab es im Gorki-Park immerhin auch einen
Prototypen des Buran (russisches Spaceshuttle) zu sehen
(obwohl mich dieser eher an einen Schuhkarton mit Flügeln erinnert
hat)
Ansonsten konnte ich ein paar schöne Blicke entlang der Moskwa auf den Kremelpalast erhaschen.
Die größte orthodoxe Kathedrale der Welt, die Erlöser-Kathedrale, hab ich an diesem Tag auch besucht. Stalin hatte die Kirche in den 30er Jahren abreißen lassen und dafür ein Schwimmbad erreichtet. 1992 begann dann der Wiederaufbau und nach acht Jahren Bauzeit bereichert dieses imposante Bauwerk nun wieder Moskau.
Mi 7. Mai 22:06:37 CEST 2008
raus aus Moskau - Neu Jerusalem - Medwedjew
Stadt ist laut und dreckig.
Wenn man sich hier abends die Nase putzt, braucht man sich nicht
wundern, dass das Taschentuch nachher schwarz ist.
Auf jeden Fall war heute eine gute Gelegenheit Moskau zu verlassen und nach ausserhalb zu flüchten.
Nachdem ich mir den Reiseführer meiner Mitbewohnerin etwas genauer zu Gemüte gezogen hatte war klar, es sollte nach Neu Jerusalem, einem Nachbau des Originals, gehen.
Moskau besitzt insgesamt 7 Bahnhöfe, den richtigen zu finden,
war noch
einfach, allerdings saß ich dann ca.
2h in einem Zug der dann doch nicht fuhr und musste letztendlich
nochmal umsteigen (glücklicherweise ging es aber auch den Russen so
:) Nach 1,5h frieren und gemütlicher Zugfahrt bei 50km/h kam ich
dann in Neu Jerusalem, einem Vorort Moskaus, an.
In eine Кафе gab es dann
erstmal eine leckere Fischsuppe und einen warmen Tee, anschließend
war ich wieder fit und konnte den Fußmasch zur Kirche auf mich
nehmen.
Die Anlage selbst war sehr schön, die Sonne kam seit langem mal wieder heraus und ich war fast ganz allein in der Parkanlage. So konnte ich in aller Ruhe wieder Kraft tanken. Nach einer kleinen Besichtigungstour ging es dann wieder zu Fuß zurück zum Bahnhof und dann wieder rein noch Moskau.
Obwohl Neu Jerusalem nur 30km ausserhalb von Moskau liegt, hat mich die ganze Exkursion fast einen Tag gekostet, Vorankommen in Russland braucht seine Zeit.
Am Abend bin ich dann noch in eine Einkaufszentrum ausserhalb der Stadt gefahren. Hier gibt es so ziemlich alles, was man sich nur vorstellen kann, von meterlangen Vodkaregalen bishin zu lebendigem Fisch... und natürlich auch ein Mc Donalds, Subways, KFC...
Parallel zu meinem Mittagessen konnte ich übrigens live (im TV) die Amtsübergabe von Putin an Medwedjew im Kremel miterleben, nun hat Russland also einen neuen Präsidenten!
Mi 07. Mai 00:05:53 CEST 2008
die rettende Hand der Amerikaner (oder das gelbe M)
Und so kommt es dann, dass man
sich auf einmal öfter im Mc Donalds wiederfindet, als einem
eigentlich lieb ist. Zumindest gibt es dort WLAN-Hotsports, die man
einfach so benutzen kann...
Auf dem Fotos sieht man vier IAESTE-Studenten beim Nachhausetelefonieren mittels Skype. Zugegebenermaßen erinnert dies mehr an ein Schreibbüro, als an ein Fastfood-Restaurant...
Alles powered by Mc Donals, ich liebe ES ;)
Mi 07. Mai 00:03:36 CEST 2008
Planänderung
Mal sehen, was ich mir da einfallen lasse...
Mi 7. Mai 00:01:44 CEST 2008
Moskaus Metro
von 9 Mio. Menschen pro Tag (d.h
die Moskauer Metro bräuchte ca. 9 Tage um ganz Deutschland
wegzufahren). Dabei verkehren die Wagen allerdings nur von 5:00 Uhr
morgens bis 1 Uhr nachts. Die meisten der Metrostationen sind reich
verziert und erinnern eher an kleine Kirchen, viel Marmor,
Denkmäler und Mosaiken. Baubeginn der Metro war in den dreißiger
Jahren. Unter Stalin sollte die Metro die Kirche des Volkes werden,
deswegen wurde auch soviel Energie in die zumindest damals
modernste und sichertest U-Bahn der Welt gesteckt.
Die tiefste U-Bahnstation der Welt befindet sich am Platz des Sieges und liegt ganze 120m unter der Erde, eine Fahrt mit der Rolltreppe dauert 4 Minuten!
Das Streckennetz ist sternförmig aufgebaut und wird von einem Ring umschlossen. Aktuell in der Bauphase ist eine zweiter Ring, der den bisherigen entlasten soll.
Mi 7. Mai 00:00:13 CEST 2008
der erste Besuch im MAI
Wie für alles in Russland benötigt man auch hier einen kleinen Zettel, der die Zugangsberechtigung darstellt. Da der zuständige Professor gerade keine Zeit hatte, wurde ich erstmal in einen Raum mit zwei Russischen Mädels verfrachtet um dort zu warten, offizielle Anweisung war, ,,please communicate, please communicat!''. Ich sollte also quatschen und die anderen von der Arbeit abhalten :) Dummerweise war deren Englisch nicht so gut und mein Russisch, wie ich leider feststellen musste, in den letzen fünf Jahren verschüttet gegangen. Für die üblichen Floskeln reicht es zwar noch, aber ein sinnvolle Kommunikation war nicht so recht möglich :(
Nach einer Stunde warten kam dann endlich mein Betreuer. Unser Gespräch handelte anfangs eigentlich nur von seinem Hobby (Sport) und schönen Wintersportgebieten. Irgendwann musste er dann doch das Thema Richtung Aufgabenstellung lenken, dabei hatte ich das Gefühl, das es ihm etwas unangenehm war. Letztendlich kam heraus, dass er im Mai eigentlich gar nicht so richtig in Moskau ist (Mai wäre die beste Zeit für Konferenzen) und er eh viel eher von mir erwartet, dass ich mir das Land und die Leute anschaue. Hier ein Orginalzitat: "you don't have to do some hard work here, you can do that in Germany". Damit war eigentlich alles geklärt und so haben wir uns fix eine Psydeoaufgabe, die ich auch ohne Problem bei mir im Wohnheim bearbeiten kann, ausgedacht.
Fazit war nun, dass ich einfach mal machen und es ihm dann in zwei Wochen demonstrieren soll. Всё будет!
Di 06. Mai 23:50:12 CEST 2008
der erste Morgen
Heute sollte ich meinen
Betreuer treffen und mir die Aufgabenstellung abholen, weiterhin
war ein Gang zum Moskauer IAESTE-Büro notwendig um meinen Pass
abzugeben und mich zu registrieren. Da die beiden offiziellen
Termine erst für Nachmittag 15 Uhr angesetzt waren, konnte
ich den Mittag mit einer ersten
Sightseeing Tour in der Innenstadt verbringen.
Natürlich bin ich, wie es sich für einen Touristen gehört, erstmal Richtung Roter Platz gefahren und habe mir den Kreml, das GUM (Kaufhaus) sowie die Basilikus-Kathedrale angeschaut. Inzwischen hatte sich das Wetter verschlechtert und so war ich ganz froh, als ich endlich Andrej in einer der vielen Metrostationen getroffen habe (in Russland trifft man sich übrigens immer in der Mitte der Mitte des Bahnsteiges, dies funktioniert sogar im wilden Menschengetummel sehr gut).
Der Besuch bei IAESTE war schnell erledigt und so ging es dann auch gleich weiter Richtung MAI. Das Moskau eine Metropole ist, war mich schon vorher klar, das es allerdings so groß ist (inoffizielle wird von 20 Mio. Menschen gesprochen), hat mich dann doch schon etwas überrascht. Um vom Stadtzentrum zum MAI zu gelangen braucht man ca. 45 Minuten, für mein Wohnheim gar eine knappe Stunden, und das obwohl die komplette Strecke mit der Metro zurückgelegt wird.
Mo 5. Mai 23:41:30 CEST 2008
Ankunft in Moskau
Abgesehen vom Laptop verlief der Check-In am Flughafen problemlos. Den Rechner musste ich allerdings gut 10 Minuten anschalten und laufen lassen, auch die Demonstration der üblichen Programme (Browser, etc.) schien notwendig...
Mein Flugzeug landet pünktlich (mit zwei Stunden
Zeitverschiebung) in
Moskau-Vnukowo (Внуково).
In der Empfangshalle wartet bereits Sergej und so konnte wir
unmittelbar Richtung Wohnheim aufbrechen. Da meine Wohnheim am
anderen ende der Stadt (Nortwesten) liegt, dauerte die Fahrt vom
Flughafen knapp 2h. Nebenbei wurde ich auch gleich mit einer
russischen Prepaid-SIM-Karte für mein Handy versorgt und musste mir
eine
Monatskarte (70 einfache Fahrten =
ca. 25 €) für die Moskauer Metro kaufen.
Das Wohnheim selbst, war wie schon fast zu erwarten, das letzte
Loch. Das mir von den Hausmeisterinnen zugeteilte Einzelzimmer im
7. Stock habe ich gar nicht erst bezogen, da schon beim Betreten
des Flurs ein beißender Geruch in der Luft lag.
Glücklicherweise hatte Christin, eine andere Deutsche die bereits 2
Wochen in Moskau war, noch ein ganzes Zimmer frei, so dass ich
zumindest die erste Zeit bei ihr im 12. Stock wohnen konnte.
Den Abend haben wir dann noch mit einen kleine Abendbort im nahegelegenen Кафе verbracht, allerdings hatte mir mein Wohnheimzimmer immer noch etwas auf den Magen geschlagen...
Sun May 4 23:19:24 CEST 2008
letze Vorbereitungen
Mo 28. Apr 23:21:07 CEST 2008
der zweite Kontakt
Nachdem der zuständige Betreuer meinen Lebenslauf gelesen hatte, wurde die Aufgabenstellung spontan geändert, ich sollte mich nun mit irgendeinem Thema rund um den Kalman-Filter beschäftigen... einem Thema, das mich in der Diplomarbeit ohnehin erwarten wird.
Kurz bevor der ich nach Moskau aufbrechen sollte, erhielt ich eine Mail von Sergej, Student am MAI, er sollte mich vom Flughafen Vnukowo in Moskaus Südosten abholen und zum Wohnheim begleiten.
Do 10. Apr 23:21:07 CEST 2008
wie es dazu kam
Nach ein paar Überlegungen und Rücksprachen sowie etwas Umplanen (schließlich wollte ich eigentlich im Mai mit der Diplomarbeit beginnen) habe ich dann eine formlos Anfrage an die IAESTE gestellt und mich letztendlich beworben.
Nach knapp zwei Woche kam die erste Mail aus Russland vom Mosco Aviation Institut (Luftfahrtinstitut Russlands), anscheinend hatte man mich akzeptiert. Es vergingen zwei weitere Wochen bis die offizielle Bestätigung und letztendlich Einladung von IAESTE-Russland auf meinem Schreibtisch lag.
Der gut vorbereitete Visumsantrag wurde ohne Probleme im Konsulat in Leipzig nach 2h Wartezeit akzeptiert, eine Woche später konnte ich meinen Pass mit gültigem Visum für 60 Tage abholen. Aufgrund eines zusätzlichen Schreibens von IAESTE-Russland wurde mein Visum schnell und kostenfrei ausgestellt. Das Buchen der Flüge war dann nur noch eine Formsache (zum Glück :).



