Mai 2008 Archives

Sa 24. Mai 23:46:22 CEST 2008

Schwannensee

In Kiew angekommen wurde ich am Bahnhof vom Benjamin abgeholt und in Empfang genommen. Hier konnte ich nun zum ersten Mal meine Sachen waschen, mich wieder etwas restaurieren und hochwertige Nahrung zu mir nehmen.

Um mich gleich kulturell etwas einzustimmen hatte Benjamin Karten für das Schwannensee-Ballett besorgt. Und so konnten wir Sonntagabend eine Aufführung im Opern- und Balletthaus von Kiew erleben.


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Do 22. Mai 19:34:12 CEST 2008

Reise nach Süden

Nachdem ich nun gestern meine Arbeit offiziell beendet hatte, sollte mich heute Abend der Nachtzug zu Benjamin nach Kiew/Ukraine bringen. Bei IAESTE hatte ich mich abgemeldet, die anderen nochmal kurz im Wohnheim besucht und mich verabschiedet...

Seit zwei Tage war Moskau nun ständigem Regen ausgesetzt, ein guter Zeitpunkt um meinen knapp dreiwöchigen sehr eindruchsvollen Aufenthalt hier zu beenden!

Für die Zugfahrt nach Kiew hatte ich die 2. Klasse, also Купе gebucht. Und so kam es dann, dass ich zusammen mit einer Russin (Mathematikern) und zwei Ukrainern (der eine sah aus wie Captain Piccar, der andere wie Elten) für 12h in einem Zugabteil eingesperrt war. Die Zugfahrt war sehr schön, die oft beschriebene Gastfreundlichkeit konnte ich hier wieder einmal spüren. Ich hatte nichts zu Essen dabei, was die drei aber nicht daran hinderte, mit mir zu Teilen und mich zum Tee einzuladen.

An der Grenzen war ich dann der einzige, der richtig kontrolliert wurde, ein Deutscher der aus Russland in die Ukraine einreist, scheint nicht zur Normalität zu gehören. Der eine Grenzer konnte nicht einmal meinen Pass einem Land zuordnen, nur gut das Captain Piccar ab und zu beim Aufklären geholfen hat.


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Mi 21. Mai 23:59:38 CEST 2008

Football is cooming Moscow!

Seit einer Woche bereitet sich Moskau auf das Champions League Finale 2008 vor. Chelsea und Manchester, zwei englische Clubs, sollte sich heute abend im Moskauer Stadion gegenüberstellen. Offiziell wurde mit insgesamt 40.000 englischen Fans gerechnet. Um Probleme zu verhindern, war bereits seit gestern eine verstärkte Milizpräsenz auszumachen. Da ich mal wieder mit Rucksack unterwegs war, wurde ich heute zum ersten Mal von der Polizei kontrolliert. Als ich mich als Deutscher zu erkennen gab, wurde ich aber durchgewunken...

Ansonsten war dieser Abend mein schönster in Moskau. Ein lauer Sommerabend, gute Stimmung, nette Leute... endlich konnte ich die vielbeschriebenen eigenen Atmosphäre von Moskau fühlen, ein guter Abschluss, wenn's am schönste ist, soll man ja bekanntlich aufhören...


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Mi 21. Mai 23:11:13 CEST 2008

schöne neue Welt

So benutzt man in Russland Weltliteratur, einfach nur um eine Tür offen zu halten...

Ich hoffe, das Buch hat vorher wenigstens jemand gelesen :)


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Die 20. Mai 19:07:14 CEST 2008

Zurück in Moskau

Gegen 20:30 Uhr hatten wir St. Petersburg verlassen und sind auf unsere 9h Rückreise nach Moskau aufgebrochen. Die Rückfahrt verlief ähnlich zur Hinfahrt, nur waren alle diesmal viel müder und sind dementsprechend auch schneller schlafen gegangen.

Da die Metro in Moskau ihren Betrieb erst 6:00 Uhr aufnimmt, musste wir noch etwas vor verschlossenen Toren warten, bis wir dann wieder im Wohnheim ankamen, duschen und den restlichen Schlaf nachholen konnten.

Da mit der Tag nicht ganz sinnlos wurde, hatte ich mir wenigstens für nachmittags noch den Besuch des Puschkinmuseums für Schöne Künste vorgenommen. Neben einer ganzen Menge Skulpturen aus der römischen und griechischen Region gab es auch hier wieder Gemälde des 18. und 19. Jhds. sowie Ägyptische Kunstobjekte zu sehen. Berühmt ist dieses Museum u.a. für den sogenannten Schliemannschatz. Dabei handelt es sich um kostbare (Gold-)Funde aus der antiken Stadt Troja. Schliemann hatte Anfang des 20. Jhd in der Türkei Rest von Troja entdeckt und anschließend u.a. den Schmuck nach Deutschland geschmuggelt um ihn dort auszustellen. Nach dem zweiten Weltkrieg galt der Schatz von Troja offiziell als verschollen. Erst nachdem die russische Duma kurz vor 2000 ein Gesetzt verabschiedet hatte, nachdem Beutekunst offiziell russisches Eigentum wurde, hat man sich ,,getraut'' zuzugeben, dass die Funden in Russland sind und sie letztendlich ausgestellt...

Ansonsten hat mir dieses Museum persönlich sehr gut gefallen. Es ist nicht unendlich groß. Bei der Präsentation der einzelnen Objekte hat man sich meiner Meinung nach mehr Mühe gegeben, als z.B. in der Ermitage. Die Gestaltung der Räume richtet sich hier sehr stark, nach den Ausstellungstücken und schaft somit ein angemessenes Ambiente.


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Mo 19. Mai 20:00:28 CEST 2008

auf dem Sprung

Kurz bevor wir St. Petersburg verlassen mussten, haben wir uns noch fix die Peter- und Paul-Festung, das eigentliche Herzstück von St. Petersburg, angeschaut. Die auf einer Insel gelegene Festung, wurde auf Geheißen von Peter dem Großen erbaut, und zwar von Anfang an komplett aus Stein. Das war zu dieser Zeit ein Novum (St. Petersburg ist nicht viel mehr als 200 Jahre alt), bisher bestanden die Städte zur Großen Teilen aus Holz, die Befestigungen aus Erdwällen.

Nicht nur deswegen konnte St. Petersburg in der Geschichte nie eingenommen werden, die Festung ist einfach zu massiv.

Wie ich mir von der Griechin aus unserer IAESTE-Truppe erklären lassen konnte, gibt es im Griechischen sogar ein Wort das wie St. Petersburg klingt. Verwendet wird es für eine besonders harte Steinart ;)


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Mo 19. Mai 14:30:07 CEST 2008

Iwan der Schreckliche, kein cooler Typ

Die bunte Kirche auf dem Roten Platz mit ihren runden niedlichen Türmen ist wohl weltbekannt (offiziell heißt sie Basiliuskatherale).
Sie wurde im 16. oder 17. Jhd. währende der Herrschaft von Zar Iwan der Schreckliche erbaut. Zum Dank für dieses tolle Bauwerk hat der Zar dem Architekten bzw. Baumeister die Augen ausstechen lassen, schließlich sollte er nicht nochmal auf die Idee kommen, so etwas tolles zu bauen.

Nichtsdestotrotz findet man z.B. auch in St. Petersburg eine Kirche die ähnlich hübsch, wenn auch etwas größer, aussieht. Die Rede ist hier von der Christi-Erlöserkirche.


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Mo 19. Mai 12:50:07 CEST 2008

Wodka, nein Danke!

Öffentlich Wodka zu konsumieren scheint in Russland, zumindest Moskau oder St. Petersburg, nicht üblich zu sein. Aber da weiß man sich natürlich zu helfen...

Im Hintergrund ist übrigens ein Stück von der Aurora zu sehen...


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Mo 19. Mai 10:55:07 CEST 2008

Peterhof

Der Peterhof, eine Art Versaille des Zaren Peter der Große befindet sich ca. 30 km ausserhalb von St. Petersburg an der Ostsee. Die Fahrt dorthin mit Metro und Zug dauert ca. 1h. Im Gegensatz zu Moskau ist die Petersburger Metro übersichtlich, nur vier Linien, wenig Menschen, alles ganz ruhig...

Was ich hier allerdings zum ersten mal gesehen habe, war die Art der Bahnsteige, die wie ein horizontaler Fahrstühl angelegt sind. Im Gegensatz zu allen anderen Metrostationen (egal ob London, Paris, Berlin...) die ich bis jetzt gesehen habe, konnte man hier nicht direkt auf die Gleise schauen, sondern wurde nochmal durch extra Türen von der U-Bahn getrennt. Erst wenn der Zug angehalten hat, öffnen sich die Türen am Bahnsteig, dahinter dann die der Metrowagons... ob das erhöhte Sicherheit sein soll?

Auf jeden Fall konnten wir dann für 5,- € den Park und die sich darin befindenden Springbrunnen anschauen. Als Deutscher sollte man hier eigentlich 100,- € Eintritt zahlen, mindestens!
Während des zweiten Weltkrieges wurde St. Peterburg, damals Leningrad, für fast 900 Tagen von der deutschen Wehrmacht belagert. Trotz der Übermacht war es nicht möglich den Willen der Einwohner von St. Peterburg zu brechen, die Stadt fiel nicht. Einzig und allein den Peterhof konnten die Deutschen einnehmen. Wahrscheinlich aus Frust haben sie dann den Peterhof gepündert und zerstört. Gleich nach Ende des Krieges gingen die Restaurationsarbeiten los und dauern noch bis heute an.

Den anstrengenden Rückweg im Zug haben wir uns dann erspart und sind einfach mit einem Speedboot in 30 Minuten über die Ostsee/Newa zurück nach Petersburg gefahren, dort haben wir dann direkt und schön bequem hinter der Ermitage angelegt... man kann auf so einem Boot richtig gut schlafen ;)


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Mo 19. Mai 00:30:07 CEST 2008

Panzerkreuzer Aurora

Das Kriegsschiff Aurora wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Dienst gestellt, war dann sogar im Kriegseinsatz, wurde aufgrund einer Niederlage konfisziert und den Russen letztendlich zurückgegeben. Soweit erstmal zur Vorgeschichte. Nun weiter mit dem bekannten Stoff aus dem Geschichtsunterricht, dem Beginn der Oktoberrevolution. Der Putsch gegen den Zaren war von Lenin und seinen Jüngern vorbereitet, es fehlte nur noch das Zeichen zum Sturm auf den Palast. Und genau das beginnt die legendäre Geschichte des Panzerkreuzers Aurora...

Als Signal zum Angriff auf den Zarenpalast wurde von dem im Hafen liegenden Kriegsschiff ein (blind)-Kanonenschuss abgegeben, anschließend wurde der Palats gestürmt, die Revolution nimmt ihren Lauf...

Der Rest ist bekannt. Die Aurora ist seitdem eine Art Nationalheiligtum der Russen, das Symbol für das Ende des Zarentums.

Wenn man sich das Schiff heute in Original anschaut, staunt man, wie gut es erhalten ist... den Grund dafür konnte ich allerdings auch erfahren. Währende des zweiten Weltkrieges hatten die Russen Angst, dass die Deutschen die Aurora zur Demotivation zerstören würden. Deswegen haben die Moskauer ihrer Aurora selbst in der Newa versenkt und somit unsichtbar gemacht. Nach dem Sieg über Hitler-Deutschland wurde das Schiff wieder gehoben, restauriert und liegt seit dem festvertaut in St. Petersburg am Hafen.


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So 18. Mai 23:55:07 CEST 2008

Öffnet die Tore!

St. Petersburg, auch das Venedig des Nordens genannt, ist komplett in Flussdelta der Newa gebaut und öffnet sich gen Westen zur Ostsee (Finnischer Meerbusen). Da sich die Stadt sowohl links- als auch rechtsseitig der Newa erstreckt gibt es viele Brücken. Diese sind allerdings nicht besonders hoch (eine Elbfähre würde drunter durchpassen, mehr aber auch nicht) und werden deswegen nachts in der Zeit von 1 bis 4 Uhr geöffnet. Dann können auch große Segelschiffe den Weg hinaus aufs weite Meer auf sich nehmen.

Damit der Verkehr nicht komplett lahmgelegt wird, sind nicht alle Brücken gleichzeitig geöffnet. Natürlich konnte ich mir diesen Anblick nicht entgehen lassen und habe mich, bei inzwischen besserem Wetter (kein Regen mehr) zusammen mit vielen anderen Menschen an einen der vielen Brückenköpfe gestellt und das Spektakel beobachtet.

Natürlich konnte dieser Abend nicht so einfach enden... die Russen hatten an diesem Abend die Weltmeisterschaft im Eishockey gewonnen, was da in St. Petersburg los war, nicht zu glauben. Auf jeden Fall musste ich an diesem Abend mehrere glückliche Russen (zwangsweise) Umarmen und mich den Россия, Россия - Jubelrufen anschließen.


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So 18. Mai 14:5:07 CEST 2008

Ermitag

Den Louvre in Paris hatte ich ja bereits letztes Jahr zusammen mit Julia besucht nun war es Zeit, auch der Ermitag einen Besuch abzustatten. Ganz gegen meine Erwartungen war der Eintritt für Studenten sogar frei, einzig einen englischsprachigen freien Führer zu finden schien unmöglich. Da wir ja bereits seit 5:00 Uhr in Pieter, wie die Russen St. Petersburg liebevoll nennen, unterwegs waren, konnten wir gute Plätze in der Schlange ergattern und waren als fast erste an diesem Tag in der Ermitag.

Nunja, der Umfang war wie zu erwarten gigantisch, mehr als Durchlaufen kann man da ohnehin nicht. Dennoch gab es hier und da einige Leckerbissen zu entdecken. So konnte ich z.B. zwei Gemälde von Belotto, der natürlich was auch sonst, die Dresdner Frauenkirche dargestellt hat, ausfindige machen. Da haben die anderen IAESTE Studenten nicht schlecht geschaut... :) Selbst von Pirna und der Festung Königsstein gab es zwei Werke.
Ansonsten natürlich viele antike (römische und griechische) Skulpturen, etwas Schmuck, Teppiche, Münzen, halt alles was man so damals sammeln konnte.

Insgesamt hat mir der Louvre allerdings besser gefallen. Dort hat man sich bei der Gestaltung der Innenräume mehr Einfallen lassen (z.B. Ausstellungen über mehrere Ebenen innerhalb eines Raumes). Möglicherweise liegt das aber auch einfach an der Bauweise der Ermitag, gelohnt hat es sich auf jeden Fall.


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So 18. Mai 00:5:07 CEST 2008

St. Petersburg, 5:00 Uhr morgens, Regen, das Haar sitzt

Wie man es uns versprochen hatte, war das Wetter in St. Petersburg noch einen Zahn rauer als in Moskau, eine steife Briese vom Meer, viel Regen und kalt. Ohne wenn und aber haben wir uns aber tapfer in die Schlacht begeben und sind auf dem Newski Prospekt losgestiefelt. Im Gegensatz zu Moskau kommt man in St. Petersburg erstmal auch ohne Metro klar. Unser erstes Zeil war die Kathedrale von Kasan, pünktlich 7:30 Uhr haben wir diese erreicht und konnte gleich am Gottesdienst teilnehmen ;)

Anschließend ging es weiter ins Hostel um dort unser Gepäck abzugeben. Der Plan ging allerdings nicht auf, da es der Dame am Empfang noch zu zeitig war. Mehr als ein freundliches НЕТ war leider nicht zu hören :(

Weiter ging es mit der Isaac-Kathedrale (die 3. größte Kuppekirche der Welt nach Rom und London), der Admiralität, einem ersten Blick auf die Newa und die Ermitag.


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Son 18. Mai 00:25:28 CEST 2008

Go west!

Heute war es nun soweit die geplante Exkursion nach St. Petersburg sollte starten. Da alles ziemlich kurzfristig entschieden wurde, konnten wir natürlich nicht mehr die höchsten Ansprüche an die Zugticktes stellen.

In Russland gibt es im Gegensatz zu uns drei ЛЮКС, КУПЕ und ПЛАЦ. ЛЮКС ist, wie leicht zu erraten, die erste Klasse und bietet entsprchenden Kompfort. KУПЕ entspricht ungefähr dem deutschen Schlafwagen, also eigenes Abteil, das man sich zu zweit teilt. ПЛАЦ ist die Billigvarianten (3. Klasse), die von den meisten Russen genutzt wird. Das ganze muss man sich wie einen Hühnerstall vorstellen, es gibt im ganzen Wagon keine Türen, die einzelnen Schlafplätze sind wie Büroboxen voneinander abgetrennt. Den Platz den sich in der 2. Klasse nur zwei Personen teilen, teilt man sich dann hier zu 6. auf Holzpritschen. Am Ende ist das ganze aber gar nicht so schlimm, wie es klingt. Zumindest ich habe wie ein Baby geschlafen und die Russen waren auch ganz verträglich, kein Lärm, kein übermäßiger Alkoholgenuss... im Großen und Ganzen angemessenes Reisen!

Und so sind wir von 8:00 Uhr abend bis 5:00 Uhr morgens quer durch den russischen Westen gefahren. Der Zug fuhr nicht schnell, dafür aber leise.


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Fr 16. Mai 22:44:07 CEST 2008

Katharinas Park

Eine Exkursion, die am Ende 7 Stunden dauerte, sollte mich heute in einen der schönsten Parks Moskaus führen. Ursprünglich von Katharina der Großen geplant und nach 20 jähriger Bauzeit wegen Geldmangel auf Eis gelegt, bietet der Park und seine Palastanlage heute eines der schönsten Erholungsgebiete Moskaus. Die Besonderheit dieser Parkanlage liegt darin, dass sie von zwei Architekten geplant wurde. Die Gebäude des ursprünglichen Architekten wurden nach 10 jähriger Bauzeit wieder abgerissen, da der Zarin der Baustil nicht gefiel. Anschließend wurde alles von einem weiteren Architekten wieder neu aufgebaut...

Richtig fertiggestellt wurde der Park allerdings erst letztes Jahr. Der Hauptverdienst liegt wohl beim Moskauer Bürgermeister, der sein ehrgeiziges Projekt, in Moskau eine zweite (und natürlich größere) Erimitage zu etablieren, in den Gemächern der Palastanlage umsetzen will.

Der Park ist so groß, dass man sich darin durchaus verlaufen kann. Besonders romantisch war das Lichtspiel beim Einbruch der Dunkelheit am Hauptbrunnen, hier haben sich die Lichtkünstler mal richtig austoben dürfen...

An der Exkursion hat heute auch noch eine Russe, Archan, der bald für zwei Monate nach Finnland geht, teilgenommen. Insgesamt waren heute sechs verschiedenen Nationen (Deutschland, Finnland, Griechenland, Slowenien, Russland, Spanien) unterwegs.


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Fr 16. Mai 01:37:20 MSD 2008

Warmes Wasser, ist doch Luxus

Wenn es wahr ist, dann ist es hart... heute ging das Gerücht um, dass in den nächsten Tagen in GANZ Moskau das warme Wasser für drei Wochen abgestellt werden soll, angeblich wegen der Erneuerung von Wasserleitungen!? In dieser Zeit soll es dann nur noch kaltes Wasser geben (wobei die Aussentemperaturen hier gerade zu wünschen übrig lassen, heute hat es sogar mal kurz geschneit).

Ob die Moskauer Warmwasserversorgung wirklich zentral geregelt ist, so ganz glauben kann ich es noch nicht, aber zutrauen würde ich es den Russen schon...

Bleibt eigentlich erstmal nur zu hoffen, dass es mich verschont ;)


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Fri 16. Mai 00:31:54 CEST 2008

Jetlag - nein Danke!

Moskau hat im Gegensatz zu Deutschland +2 Stunden Zeitverschiebung, d.h. während ihr in Deutschland gerade zur Primetime den TV anschaltet ist hier schon alles vorbei.

Zuerst dachte ich noch, dass ich mich diesem neuen Rhythmus anpassen müsste. Da ich aber aufgrund meiner Arbeitssituation nicht zum frühen Aufstehen gezwungen bin, sondern ohne Probleme bis 10oo Uhr schlafen kann, lebe ich auch jetzt noch nach deutscher Zeit (und sehe auch keinen Grund, dass die nächsten Tage noch zu ändern). Konsequenterweise gehe ich natürlich dann auch hier nicht vor 2 Uhr ins Bett... dummerweise fangen dann hier schon wieder die ersten Vögel zu zwitschern an :(


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Fri 16. Mai 00:24:40 CEST 2008

Rucksackverbot

Wenn man die Menschen in Moskau schon nicht an ihrem Kleidungsstil erkennt, dann aber daran, wie sie die Dinge des täglichen Lebens mit sich führen...

Der typische Tourist, oder kurzfristige Auslandsstudent, ist, wie in Europa üblich, an einem Rucksack beliebiger Art und Weise zu erkennen.

Der Moskauer dagegen bevorzugt die schlichte Plastiktüte oder hat einfach alles am Mann. Die Frauen sind natürlich mindestens mit einer Handtasche ausgestattet. Für Plastiktüten mit dem Schriftzug von Gucci oder Boss wird hier sogar Geld auszugeben. Selbst die Professoren am MAI mit Anzug und schicken Schuhen scheinen den Beutel zu lieben...

In der Metro, die man ja nun jeden Tag min. 2h nutzt, wird man sogar komisch angeschaut, wenn man mit Rucksack unterwegs ist, zugegeben man braucht dann meist auch Platz für zwei!


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Do 15. Mai 23:14:49 CEST 2008

Oh Arbat, mein Arbat...

Meine einstündige Rundführung im MAI konnte ich nun heute in Anspruch nehmen. In erster Linie gab es ein paar ältere Modelle der russischen Luftwaffe (z.T. auch mit Bewaffnung) zu sehen. Darunter war u.a. auch ein Senkrechtstarter für Flugzeugträger. Leider konnte mir meine russisch Begleitung nicht allzuviel erzählen, Sergej hätte da sicher mehr gewusst, schade eigentlich... aber interessant war es trotzdem.

Der Arbat, das Kernstück des alten Moskaus, war nun heute Ziel einer kleinen Exkursion am Nachmittag. Bekannt ist die alte Straße Moskaus u.a. für Gaukler und Straßenkünstler. Als ich dort war, ging deren buntes Treiben gerade los. Ansonsten kann man dort als Tourist so allen möglichen Plunder erstehen, von der typischen russischen Fellmütze bis hin zur Matroschka (gut ich gebe es zu, ich habe ein paar Ansichtskarten gekauft ;).

Desweiteren sind heute noch zwei IAESTE-Neuankömmlinge zu uns gestoßen, ein Deutscher aus Münster und ein Spanier. Die beiden werden nun zusammen mit dem Rest von IAESTE am Wochenende mit nach St. Petersburg fahren.


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Mi 14. Mai 22:59:44 CEST 2008

mal was für die Arbeit

So heute wollte ich nun endlich mal meine ,,Aufgabe'' abschließen. Nachdem ich ewig nicht durchgesehen habe, wie meine Gleichungen den aufzustellen sind, ist es mir am Abend dann doch noch gelungen, jetzt bin ich happy und so gar ein bisschen stolz, schließlich hatte ich hier ausser einem Buch keine Hilfsmittel... auf jeden Fall habe ich jetzt einen Simulator für einen Kalmanfilter der eine 2D-Bewegung berechnen kann, toll oder?

Zur Belohnung habe ich mir dann am Abend noch einen Kinobesuch gegönnt. In den britischen Akzent musste ich mich zwar erstmal reinhören, der Handlung hat das aber keinen Abbruch getan. Mit dabei waren noch Sergej, der mich damals am Flughafen abgeholt hatte, und eine Freundin von ihm. Irina, wie sie mit Namen heißt, studiert auch am MAI und wird mir morgen mal ein paar Helikopter und Flugzeuge aus der institutseigenen Ausstellung zeigen.

... und gerade ziehen hier lärmende Fussball-Fans an meinem Fenster vorbei, möglicherweise hat ja heute St. Petersburg den Uefa-Cup gewonnen?


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Mi 14. Mai 08:19:53 CEST 2008

Moskau, nix für ewig

Die reichliche erste Woche habe ich nun hinter mir, Zeit für ein kleines Fazit. An viele Sachen, die mich anfangs gestört habe, bin ich nun bereits gewöhnt, es macht mir nix mehr aus.

Dass ich in meinem Wohnheim allerdings keine Möglichkeit zum Kochen bzw. Essen lagern habe ist schon etwas hart. Im Prinzip bleibt mir eigentlich nix anderes übrig als in eine Kneip zu gehen, die anderen IAESTE-Studenten zu besuchen (deren Wohnheim ist wesentlich besser ausgestattet) oder eben trocken Brot zu essen...

Moskau hat sicher seine Reize, aber man verzichtet hier auch auf einige Sachen: mal mit dem Fahrrad durch den Park fahren oder zu Fuß in Ruhe ein Eis schlemme ist nicht drin, ständig ist hier irgendwas los, die Stadt ruht nie.

Das man 80 Prozent der Straßen aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens nicht überqueren kann, sondern nur durch Unterführungen bzw. Metrostationen beikommt, daran muss man sich auch erstmal gewöhnen. In Moskau sieht man definitiv weniger Tageslicht, als in Deutschland, hier spielt sich viel unter der Erde ab.

Obwohl ich es nicht für möglich gehalten hätte (besonders für mich, da ich ja nur vier Wochen hier bin), kann man in Moskau sogar zufällig bekannte Menschen auf der Straße treffen. Die trockene Antwort der Russin (IAESTE-Chefin) auf mein überraschtes Gesicht: ,,Moscow isn't that big'', NA KLAR!

Ja und Wäsche waschen, da hat hat man hier drei Möglichkeiten:

  • per Hand
  • einen Beutel mit Wäsche abgeben, den man dann am Abend naß und hoffentlich vollständig zurückbekommt
  • es sein lassen ;)
Ich habe mich jetzt erstmal für Handwäsche entschieden. Waschsalons scheint es hier nicht zu geben, leider.

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Di 13. Mai 22:14:04 CEST 2008

Tretjakow-Gallerie

Heute war nun die schon lange überfällige Tretjakow-Gallier an der Reihe. In Moskau gibt es zwei, die alte und die neue, wir haben uns erstmal nur für die alte entschieden.

Tretjakow war ein Textilkaufmann, der den ehrgeizigen Plan hatte, Russlands größte Kunstsammlung aufzubauen. Letztendlich hat er das auch geschafft und das Museum am Ende der Stadt Moskau geschenkt.

Für die Gallerie selbst braucht man wohl mehr als einen Tag, wenn man sich alles genau anschauen will, aber den hatten wir erstmal nicht.

Neben Gemälden aus dem 17. - 19. Jhd. gab es dort auch eine umfangreiche Ikonen-Sammlung zu begutachten.


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Mo 12. Mai 23:43:27 CEST 2008

Einer unter 9. Millionen

Offiziell zählt Moskau eine Einwohnerzahl von 9. Mio. Allerdings wird davon ausgegangen dass sich nochmal ca. 4-5 Mio. Menschen illegal, also nicht gemeldet in Moskau aufhalten. Zählt man die Randgebiete noch dazu kommt man insgesamt auf knapp 20 Mio. Menschen, das sind 5 mal so viele wie in ganz Finnland leben (habe ich mir sagen lasse).

In Moskau gibt es immer nur eine Richtung und das ist die mit dem Strom, der Menschenmasse! Sich in der Metro die falsche Tür auszusuchen oder nur auf der falschen Seite zu laufen, wird man ganz schnell bereuen, hier hält niemand an, man wird gnadenlos überrollt.

Die Aufenthalte im Gorki-Park oder dem ВДНХ habe ich bis jetzt am meisten genossen. Hier kommt man mal etwas aus den Menschenmassen heraus (obwohl hier im Vergleich zu einem deutschen Park immer noch ganz schön viel los ist, auch in der Woche) und kann in Ruhe durchatmen...


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Mo 12. Mai 23:18:50 CEST 2008

ВДНХ

Eigentlich wollte ich heute noch etwas ,,arbeiten'' und mein Programm für das MAI fertigstellen. Aufgrund des guten Wetters, hey wir hatten heute morgen hier schon blauen Himmel, habe ich aber dann doch spontan den Rechner Rechner sein lassen und bin Richtung ВДНХ aufgebrochen.

Dabei handelt es sich um eine Art Mini-Sowejtunion im Norden der Stadt. In sogenannten Pavillons stellen sich alle russischen (sowjetischen) Republiken mit ihren jeweils typischen Erzeugnissen da. Das ganze ist von einer riesigen Parkanlage mit zwei prunkigen Springbrunnen eingeschlossen. In Russland muss man sich merken, dass alles was glänzt, hier auch Gold ist! Der eine der beiden Springbrunnen ist komplett mit Blattgold überzogen und besitzt nicht weniger als 800 Fontänen!

Neben allen möglichen und unmöglichen Relikten befindet sich im ВДНХ auch ein Modellnachbau der Wostok, der Rakete, die damals Juri Gagarin in den Weltraum brachte.

Ursprünglich geht der ВДНХ auf eine Anregung Lenins aus den 30er Jahren zurück. Wie respektvoll man diesen behandelt kann man auf dem Foto sehen, Lenin muss sich nun den Platz mit Spiderman teilen ;)

Ebenfalls im Norden der Stadt befindet sich das Medienzentrum Ostankino. Zumindest von dem 520m hohen Fernsehtrum werden die meisten schonmal etwas gehört haben. Nach einem Brand vor einigen Jahren ist er jetzt wieder eröffnet und bietet ähnlich wie der Berliner Fernsehtrum, durch sein rotierendes Inneres, eine 360 Grad Übersicht.

Am Abend bin ich dann noch zur IAESTE-Sprechstunde gegangen und habe mir das Kulturprogramm für die laufende Woche abgeholt. Morgen werden wir nun die ausgefallen Besichtigung der Tretjakow-Galerie nachholen und uns am Freitag noch einen Zarenpalast (wenn ich es richtig verstanden habe) anschauen. Anschließend gab es noch ein gemeinsames Abendbrot mit selbst(aufgewärmten) Pelmenis...


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So 11. Mai 16:27:04 CEST 2008

Internet-Selbstversorgung

Heute bin ich mal auf das naheliegendste der Welt gekommen und habe versucht mein Handy als Internetzugangspunkt zu missbrauchen... und siehe da zumindest zum Chaten und Email-lesen ist es genug, очень хорошо!

Wenn ich die Homepage des russischen Provieders MTS richtig entziffert habe, kostet mich das MB in der Zeit von 0:00 - 8:00 Uhr (in Deutschland also von 22:00 - 6:00) nur 1 Rubel. Wer also mit mir chatten will, sollte zu dieser Zeit online sein :)

Hier die notwendigen Zugansdaten um GPRS im MTS-Prepaid-Netz einzuschalten:

APN internet.mts.ru
Username mts
Password mts
Nummer *99***1#

Natürlich habe ich heute auch noch etwas sinnvolles gemacht, und so stand für heute Nachmittag/Abend die Beschäftigung mit meiner Hausaufgabe auf dem Programm.


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Sa 10. Mai 23:58:14 CEST 2008

Sergej Passad

Heute stand wieder eine IAESTE-Exkursion auf dem Plan. Georgia, die Griechin, hatte sich einen Besuch, Moskaus bedeutendstem Kloster in Sergej Passad gewünscht. Da ich nix besseres zu tun hatte, bin ich natürlich kurzer Hand mitgefahren und so waren wir insgesamt inklusive unserer Betreuerin wieder zu sechst unterwegs.

Da Sergej Passad ähnlich wie Neu Jerusalem ausserhalb der Stadt liegt, war wieder eine Fahrt mit den langsamen Vorortzügen Moskaus notwendig. Nach 1,5h Fahrt und einem halbstündigen Fußmarsch betraten wir das Kloster, das noch heute von Mönchen, die dort studieren, bewohnt wird. Die Anlage ist sehr groß und bewies sich in der russischen Geschichte nicht nur einmal als uneinnehmbar.

Für mich als Ungläubigen hatte die Exkursion eher den Charakter einer Besichtigung. Und so kam es dann, dass ich während ich lümmelnd auf der Klostertreppe saß von einem Mönch angesprochen wurde, ob ich nicht mit nach oben auf die Galerie der Kirche kommen wolle. Diese Gelegenheit einen wünderschönen Blick zu erhaschen ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Oben angekommen wurde dann allerdings seine wirklich Intention offensichtlich. Es war kurz vor dreiviertel vier und er brauchte jemanden, dem ihm beim Läuten der Glocke half.

Und so kam es dann, dass ich zusammen mit 7 weiteren Passanten aus aller Herren Länder für das Läuten der riesigen Glocke von Russlands angesehenstem Kloster zuständig war. Ich hätte nie gedacht, dass man direkt unter einer Glocke stehen kann, während diese geläutet wird, aber es geht, wenn auch sehr schmerzvoll 15 Minuten lang...

Von diesem ohrenbetäubenden Event gibt es natürlich auch ein Video bei Google.


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Fr 9. Mai 23:44:08 CEST 2008

9.Mai - Tag des Sieges

Heute feiern die Russen den Tag des Sieges über den Faschismus. Ob es eine gute Idee ist, an diesem Tag als Deutscher in Russland zu sein, weiß ich nicht, auf jeden Fall haben wir, die Deutschen, uns heute etwas zurückgehalten und nur Englisch gesprochen.

Moskau bereitet sich seit gut einer Woche auf diesen Tag vor. Der rote Platz ist gesperrt. Er wird einer der Hauptpunkte sein, an dem die große Militärparade der Russen vorbeiziehen wird.

Der Tag begann schon recht laut, da mein Wohnheim im Nordwesten der Stadt liegt, der Einflugschneiße für die Militärflugzeuge, liegt. Ab 8:oo Uhr flogen mehrere Jets in Formation und Tiefflug über das Wonhein hinweg. Tankmanöver wurden ebenfalls vorgeführt.

In der Innenstadt wurde die Militärparade von ca. 20.000 Soldaten, Unmengen von Panzern und zu guter letzt natürlich auch modernen Atomraketen mit mehreren Sprenköpfen begleitet.

Viel sehen konnte man nicht, da die Innenstadt großräumig abgesperrt war.

Am Abend folgten wir einer Einladung zum Grillen an der Moskwa. Christins Betreuerin und einige ihrer Freunde habe sich dort getroffen und bei Lagerfeuer und Gitarrenmusik ihren Feiertag zelebriert.

22:00 gab es dann noch das Abschlussfeuerwerk zum Tag des Siegs. Insgesamt 7 verschiedenen Punkte, an denen ein Feuerwerk abgehalten wurde, säumten Moskau.

Wie zu erwarten endete der Tag für viele der Moskauer (zumindest Männer) im Alkohol...


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Do 08. Mai 23:39:30 CEST 2008

Wohnheim

Hier ein paar Impression aus meinem Wohnheim...
Mein zweites Zimmer bei Christin, hier ist es zumindest hell, schon etwas sauberer und stinkt nicht...
Typisch Russland! Eine fehlenden Radioantenne ist noch lange kein Hinderniss, eine Gabel tut es doch auch :)

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Do 8. Mai 22:33:00 CEST 2008

IASTE-Gruppe

Die bunt gemixte IAESTE-Gruppe mit der ich ab und zu unterwegs bin bestehet aus Mitja (Slovenien), Georgia (Griechenland), Hanna (Finnland), Christin (Deutschland) und Emma (auch Deutschland).

Ganz rechts im Bild zu sehen ist unsere russische Betreuerin Daischa. Das Foto enstand, im Vodkamuseum, wo auch sonst ;)


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Do 8. Mai 22:28:04 CEST 2008

Vodkamuseum

Am Abend sollte sich die IAESTE-Truppe für eine Besichtigung der alten Tretjakow-Galerie treffen, dieser Plan wurde allerdings dann zugunsten eines Besuches des Vodkamuseums aufgegeben. Für 150 Rubel konnte man sich die Geschichte des Vodka in Russland auf Englisch erklären lassen und bekam natürlich auch am Ende noch eine kleine Kostprobe.

Interessant fand ich, dass dem Russen Mendelejew nicht nur das Periodensystem der Element zuzuschreiben ist, sonder dass er auch der erste war, der einen Standard für die Vodkaherstellung (Vodka sollte immer 40% haben...) definierte. Wenn man sowas mal in der Schule lernen würde... ;)


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Do 8. Mai 22:18:08 CEST 2008

Russlands Disneyland

Für heute war gutes Wetter angesagt, der richtig Zeitpunkt für eine weiter Stadttour. Aus dem Reiseführer habe ich mir eine Runde entlang des Kremels am Ufer der Moskau herausgesucht. Zielpunkt war dann der Gorki-Park, eine Art Vergnügungspark aus Sowjetzeiten.

Neben russischer Beschallung per Radio gab es im Gorki-Park immerhin auch einen Prototypen des Buran (russisches Spaceshuttle) zu sehen (obwohl mich dieser eher an einen Schuhkarton mit Flügeln erinnert hat)

Ansonsten konnte ich ein paar schöne Blicke entlang der Moskwa auf den Kremelpalast erhaschen.

Die größte orthodoxe Kathedrale der Welt, die Erlöser-Kathedrale, hab ich an diesem Tag auch besucht. Stalin hatte die Kirche in den 30er Jahren abreißen lassen und dafür ein Schwimmbad erreichtet. 1992 begann dann der Wiederaufbau und nach acht Jahren Bauzeit bereichert dieses imposante Bauwerk nun wieder Moskau.


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Mi 7. Mai 22:06:37 CEST 2008

raus aus Moskau - Neu Jerusalem - Medwedjew

Die ersten 1,5 Tage hin Moskau waren sehr gewöhnungsbedürftig, diese Stadt ist laut und dreckig. Wenn man sich hier abends die Nase putzt, braucht man sich nicht wundern, dass das Taschentuch nachher schwarz ist.

Auf jeden Fall war heute eine gute Gelegenheit Moskau zu verlassen und nach ausserhalb zu flüchten.

Nachdem ich mir den Reiseführer meiner Mitbewohnerin etwas genauer zu Gemüte gezogen hatte war klar, es sollte nach Neu Jerusalem, einem Nachbau des Originals, gehen.

Moskau besitzt insgesamt 7 Bahnhöfe, den richtigen zu finden, war noch einfach, allerdings saß ich dann ca. 2h in einem Zug der dann doch nicht fuhr und musste letztendlich nochmal umsteigen (glücklicherweise ging es aber auch den Russen so :) Nach 1,5h frieren und gemütlicher Zugfahrt bei 50km/h kam ich dann in Neu Jerusalem, einem Vorort Moskaus, an.

In eine Кафе gab es dann erstmal eine leckere Fischsuppe und einen warmen Tee, anschließend war ich wieder fit und konnte den Fußmasch zur Kirche auf mich nehmen.

Die Anlage selbst war sehr schön, die Sonne kam seit langem mal wieder heraus und ich war fast ganz allein in der Parkanlage. So konnte ich in aller Ruhe wieder Kraft tanken. Nach einer kleinen Besichtigungstour ging es dann wieder zu Fuß zurück zum Bahnhof und dann wieder rein noch Moskau.

Obwohl Neu Jerusalem nur 30km ausserhalb von Moskau liegt, hat mich die ganze Exkursion fast einen Tag gekostet, Vorankommen in Russland braucht seine Zeit.

Am Abend bin ich dann noch in eine Einkaufszentrum ausserhalb der Stadt gefahren. Hier gibt es so ziemlich alles, was man sich nur vorstellen kann, von meterlangen Vodkaregalen bishin zu lebendigem Fisch... und natürlich auch ein Mc Donalds, Subways, KFC...

Parallel zu meinem Mittagessen konnte ich übrigens live (im TV) die Amtsübergabe von Putin an Medwedjew im Kremel miterleben, nun hat Russland also einen neuen Präsidenten!


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Mi 07. Mai 00:05:53 CEST 2008

die rettende Hand der Amerikaner (oder das gelbe M)

Und so kommt es dann, dass man sich auf einmal öfter im Mc Donalds wiederfindet, als einem eigentlich lieb ist. Zumindest gibt es dort WLAN-Hotsports, die man einfach so benutzen kann...

Auf dem Fotos sieht man vier IAESTE-Studenten beim Nachhausetelefonieren mittels Skype. Zugegebenermaßen erinnert dies mehr an ein Schreibbüro, als an ein Fastfood-Restaurant...

Alles powered by Mc Donals, ich liebe ES ;)


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Mi 07. Mai 00:03:36 CEST 2008

Planänderung

Nachdem mir ziemlich schnell klar wurde, dass ich die meiste Zeit in Moskau wohl nicht mit Arbeit verbringen würde, musste ich meinen Plan etwas modifizieren. Vier Wochen in Moskau werden dann wohl doch etwas langweilig werden (und ausserdem erheblich ins Geld gehen ) zumal die anderen IAESTE-Studenten ja doch meistens etwas zu tun haben und ständig allein durch die Stadt zu ziehen fetzt auf Dauer auch nicht so.

Mal sehen, was ich mir da einfallen lasse...


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Mi 7. Mai 00:01:44 CEST 2008

Moskaus Metro

Die U-Bahn in Moskaus ist einfach nur Wahnsinn! Das insgesamt 660km lange Streckennetz (wird kontinuierlich ausgebaut) hat eine Kapazität von 9 Mio. Menschen pro Tag (d.h die Moskauer Metro bräuchte ca. 9 Tage um ganz Deutschland wegzufahren). Dabei verkehren die Wagen allerdings nur von 5:00 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts. Die meisten der Metrostationen sind reich verziert und erinnern eher an kleine Kirchen, viel Marmor, Denkmäler und Mosaiken. Baubeginn der Metro war in den dreißiger Jahren. Unter Stalin sollte die Metro die Kirche des Volkes werden, deswegen wurde auch soviel Energie in die zumindest damals modernste und sichertest U-Bahn der Welt gesteckt.

Die tiefste U-Bahnstation der Welt befindet sich am Platz des Sieges und liegt ganze 120m unter der Erde, eine Fahrt mit der Rolltreppe dauert 4 Minuten!

Das Streckennetz ist sternförmig aufgebaut und wird von einem Ring umschlossen. Aktuell in der Bauphase ist eine zweiter Ring, der den bisherigen entlasten soll.


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Mi 7. Mai 00:00:13 CEST 2008

der erste Besuch im MAI

Da sich im Moment rund um das MAI ein einzige Baustelle befindet, war es sehr abenteuerlich das Gelände und schließlich Gebäude der 8. Fakultät zu betreten, ob ich den Weg selbstständig wiederfinden werde, da bin ich mir noch nicht so sicher.

Wie für alles in Russland benötigt man auch hier einen kleinen Zettel, der die Zugangsberechtigung darstellt. Da der zuständige Professor gerade keine Zeit hatte, wurde ich erstmal in einen Raum mit zwei Russischen Mädels verfrachtet um dort zu warten, offizielle Anweisung war, ,,please communicate, please communicat!''. Ich sollte also quatschen und die anderen von der Arbeit abhalten :) Dummerweise war deren Englisch nicht so gut und mein Russisch, wie ich leider feststellen musste, in den letzen fünf Jahren verschüttet gegangen. Für die üblichen Floskeln reicht es zwar noch, aber ein sinnvolle Kommunikation war nicht so recht möglich :(

Nach einer Stunde warten kam dann endlich mein Betreuer. Unser Gespräch handelte anfangs eigentlich nur von seinem Hobby (Sport) und schönen Wintersportgebieten. Irgendwann musste er dann doch das Thema Richtung Aufgabenstellung lenken, dabei hatte ich das Gefühl, das es ihm etwas unangenehm war. Letztendlich kam heraus, dass er im Mai eigentlich gar nicht so richtig in Moskau ist (Mai wäre die beste Zeit für Konferenzen) und er eh viel eher von mir erwartet, dass ich mir das Land und die Leute anschaue. Hier ein Orginalzitat: "you don't have to do some hard work here, you can do that in Germany". Damit war eigentlich alles geklärt und so haben wir uns fix eine Psydeoaufgabe, die ich auch ohne Problem bei mir im Wohnheim bearbeiten kann, ausgedacht.

Fazit war nun, dass ich einfach mal machen und es ihm dann in zwei Wochen demonstrieren soll. Всё будет!


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Di 06. Mai 23:50:12 CEST 2008

der erste Morgen

Erstaunlicherweise hatte ich die erste Nacht ganz gut geschlafen. Desweiteren begann der neue Tag schon deutlich freundlicher als der vorherige aufgehört hatte, statt Regen gab es nun blauen Himmel und Sonne, die Temperatur war ca. bei 15 Grad.

Heute sollte ich meinen Betreuer treffen und mir die Aufgabenstellung abholen, weiterhin war ein Gang zum Moskauer IAESTE-Büro notwendig um meinen Pass abzugeben und mich zu registrieren. Da die beiden offiziellen Termine erst für Nachmittag 15 Uhr angesetzt waren, konnte ich den Mittag mit einer ersten Sightseeing Tour in der Innenstadt verbringen.

Natürlich bin ich, wie es sich für einen Touristen gehört, erstmal Richtung Roter Platz gefahren und habe mir den Kreml, das GUM (Kaufhaus) sowie die Basilikus-Kathedrale angeschaut. Inzwischen hatte sich das Wetter verschlechtert und so war ich ganz froh, als ich endlich Andrej in einer der vielen Metrostationen getroffen habe (in Russland trifft man sich übrigens immer in der Mitte der Mitte des Bahnsteiges, dies funktioniert sogar im wilden Menschengetummel sehr gut).

Der Besuch bei IAESTE war schnell erledigt und so ging es dann auch gleich weiter Richtung MAI. Das Moskau eine Metropole ist, war mich schon vorher klar, das es allerdings so groß ist (inoffizielle wird von 20 Mio. Menschen gesprochen), hat mich dann doch schon etwas überrascht. Um vom Stadtzentrum zum MAI zu gelangen braucht man ca. 45 Minuten, für mein Wohnheim gar eine knappe Stunden, und das obwohl die komplette Strecke mit der Metro zurückgelegt wird.


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Mo 5. Mai 23:41:30 CEST 2008

Ankunft in Moskau

Die Zugfahrt verlief reibungslos. Start 5:30 in Chemnitz, dann Zwischenstopp in Leipzig (hier habe ich sogar noch Sören getroffen, der auf dem Weg nach Stuttgart war) und schließlich 8:30 in Berlin-Schönefeld.

Abgesehen vom Laptop verlief der Check-In am Flughafen problemlos. Den Rechner musste ich allerdings gut 10 Minuten anschalten und laufen lassen, auch die Demonstration der üblichen Programme (Browser, etc.) schien notwendig...

Mein Flugzeug landet pünktlich (mit zwei Stunden Zeitverschiebung) in Moskau-Vnukowo (Внуково). In der Empfangshalle wartet bereits Sergej und so konnte wir unmittelbar Richtung Wohnheim aufbrechen. Da meine Wohnheim am anderen ende der Stadt (Nortwesten) liegt, dauerte die Fahrt vom Flughafen knapp 2h. Nebenbei wurde ich auch gleich mit einer russischen Prepaid-SIM-Karte für mein Handy versorgt und musste mir eine Monatskarte (70 einfache Fahrten = ca. 25 €) für die Moskauer Metro kaufen.

Das Wohnheim selbst, war wie schon fast zu erwarten, das letzte Loch. Das mir von den Hausmeisterinnen zugeteilte Einzelzimmer im 7. Stock habe ich gar nicht erst bezogen, da schon beim Betreten des Flurs ein beißender Geruch in der Luft lag.
Glücklicherweise hatte Christin, eine andere Deutsche die bereits 2 Wochen in Moskau war, noch ein ganzes Zimmer frei, so dass ich zumindest die erste Zeit bei ihr im 12. Stock wohnen konnte.

Den Abend haben wir dann noch mit einen kleine Abendbort im nahegelegenen Кафе verbracht, allerdings hatte mir mein Wohnheimzimmer immer noch etwas auf den Magen geschlagen...


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Sun May 4 23:19:24 CEST 2008

letze Vorbereitungen

Langsam packt mich das Reisefieber... Noch 5 Stunden dann wird mich die deutsche Bahn nach Berlin-Schönefeld und von dort dann German-Wings nach Moskau bringen...

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Mo 28. Apr 23:21:07 CEST 2008

der zweite Kontakt

Nach der ersten Email, die quasi die Bestätigung meines Praktikums darstellte, begann ein reger Email-Kontakt mit Andrej, meinem Ansprechpartner am MAI (Moscow Aviation Institute).

Nachdem der zuständige Betreuer meinen Lebenslauf gelesen hatte, wurde die Aufgabenstellung spontan geändert, ich sollte mich nun mit irgendeinem Thema rund um den Kalman-Filter beschäftigen... einem Thema, das mich in der Diplomarbeit ohnehin erwarten wird.

Kurz bevor der ich nach Moskau aufbrechen sollte, erhielt ich eine Mail von Sergej, Student am MAI, er sollte mich vom Flughafen Vnukowo in Moskaus Südosten abholen und zum Wohnheim begleiten.


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Do 10. Apr 23:21:07 CEST 2008

wie es dazu kam

Noch während meines eigentlichen Praktikums im Februar in Nürnberg bin ich durch Zufall auf die Angebot der IAESTE-Gruppe Chemnitz gestoßen. Auf deren Liste befanden sich noch gut 10 Praktikumsplätze im Ausland die kurzfristig besetzt werden wollten. Neben Ghana und Polen fand sich auch eine Stelle für vier Wochen in Moskau, die meine Interesse weckte. Gesucht wurde einfach nur jemand, der C/C++ programmieren konnte...

Nach ein paar Überlegungen und Rücksprachen sowie etwas Umplanen (schließlich wollte ich eigentlich im Mai mit der Diplomarbeit beginnen) habe ich dann eine formlos Anfrage an die IAESTE gestellt und mich letztendlich beworben.

Nach knapp zwei Woche kam die erste Mail aus Russland vom Mosco Aviation Institut (Luftfahrtinstitut Russlands), anscheinend hatte man mich akzeptiert. Es vergingen zwei weitere Wochen bis die offizielle Bestätigung und letztendlich Einladung von IAESTE-Russland auf meinem Schreibtisch lag.

Der gut vorbereitete Visumsantrag wurde ohne Probleme im Konsulat in Leipzig nach 2h Wartezeit akzeptiert, eine Woche später konnte ich meinen Pass mit gültigem Visum für 60 Tage abholen. Aufgrund eines zusätzlichen Schreibens von IAESTE-Russland wurde mein Visum schnell und kostenfrei ausgestellt. Das Buchen der Flüge war dann nur noch eine Formsache (zum Glück :).


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