Wir haben es geschafft! Das erste 24h-Rennen am Staussee Rabenstein ist vorüber und wir sind ohne ernsthafte Probleme durchgekommen.

Alle vier Teammitglieder sind wohlauf, die Räder noch ganz und wir konnten eine schöne Erinnerung mitnehmen.

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Statistik

Gesamtstrecke: 414,4 km

Rundenbeste Zeitschlechteste Zeit
Marcus160:17:470:24:43
Pierre140:20:420:27:45
Jens150:18:050:27:11
Christian110:20:130:25:11

Hier ein paar Diagramme:
Gesamtzeit Zeiten pro Fahrer Durchschnittszeit pro Runde
Gesamtzeit Entwicklung Fahrer Rundenzeit

Rückblick

Samstag 12:oo Uhr

Bei herrlichem sommerlichen Wetter (30 Grad)! wird gestartet. Die vierer und achter Teams gehen 10 Minuten später auf die Strecke um Verstopfung zu vermeiden. Am Start gibt es kurz Aufregung, einer in den vordersten Reihen kommt nicht los, alle Hinterreifen blockieren, der Startbereich ist komplett in Staub eingehüllt... zum Glück, es geht alles nochmal gut, wir können starten.

Eigentlich sollte die erste Runde gemütlich angegangen werden, das wird dann aber nix, insgesamt wird es die schnellste Runde unseres Teams in den folgenden 24h werden.

Den ersten Wechselzyklus halten wir noch im Rundentakt ab, damit jeder aus dem Team gleich nochmal die Stecke begutachten kann. Später gehen wir dann zu den auch im Voraus angedachten 2 Runden über.

Es ist verdammt warm, auf zwei Runden geht eine Trinkflaschenfüllung drauf. Da es die letzten Tage nicht geregnet hat, ist die Stecke verdammt trocken und staubig, vorerst!

Unsere Wechsel klappen immer besser, wir gehen dann sogar zum fliegenden Wechsel, es muss immer ein Transponder übergeben werden, über.

Natürlich kam es auch vor, dass der Wechselpartner noch nicht bereitstand, da hieß es dann unter Gelächter der Menge, Transponder wieder um den Arm und noch eine Runde vollgas...

Die ersten 10h liefen ohne nennenswerte Probleme ab, reibungslose Wechsel, keine Stürze, keine technischen Defekte und immer einer von den tollkühnen Stramplern auf der Strecke.

Samstag 22:00 Uhr

Nach dem Start die erste richtige Schlüsselstelle im Rennen, es wird langsam dunkel. Überall Gefummel, die Beleuchtung muss ans Rad.

Christian fährt die erste Runde im Dunklen und stellt fest, dass es doch verdammt dunkel ist

Ich will nicht sagen, dass sich unser Beleuchtungssystem bewährt hat, aber zumindest waren die Rundenzeiten im Vergleich zum Tag nicht wirklich schlechter.

Zelt und Schlafsack werden inzwischen des öfteren genutzt, ab und zu ruht sich mal einer aus

Unser leibliches und mentales Wohl wird durch insgesamt drei Helfer aufrechterhalten. Christians Eltern kümmern sich super um uns und auch Sven, der die ganzen 24h mit uns durchgehalten hat kümmert sich fast schon aufopfernd um uns

Sonntag 0:30 Uhr

Jens kommt schon zwei Runden zu zeitig rein und rollt direkt zu uns ins Fahrerlager. Was ist passiert? Ein Sturz in am Ende der ersten Runde im letzten Singltrail! Zum Glück ist außer ein paar Schürfwunden, die im Sanizelt versorgt wurden, nix passiert, nur noch eine Runde fahren will er erstmal nicht.

Christian übernimmt spontan und weiter gehts, jetzt mit erhöhter Vorsicht.

Nachts fahren wir ab un zu auch mal drei Runden am Stück, damit der Rest des Teams etwas mehr Ruhe hat.

Sonntag 4:00 Uhr

Jens ist wieder fit und inzwischen auch wieder draußen auf der Runde. Dass sich schon lange angekündigte und überfällige Gewitter setzt nun ein. Jens kommt vollkommen naß und unterkühlt zurück ins Fahrrerlager. An Weiterfahren ist jetzt erstmal nicht zu denken. Innerhalb kürzester Zeit bilden sich Sturzbäche, die sowohl die Strecke als auch das Fahrrerlager verwüsten.

Fazit nach einer Stunde Gewitter: Strom ausgefallen, Strecke für normale Menschen nicht mehr befahrbar, mehrere Pavillons sind eingestürzt. Unser Lager hat Dank Christians Vater, der uns spontan nochmal nachts um 3 Uhr besuchen kam, und Sven standgehalten.

Eigentlich sind nun alle schon auf Abbrechen und Heimfahren eingestellt. Als die Sonne dann aber gegen 6:30 Uhr wieder rauskommt, schafft Pierre nochmal das Unmögliche, er motiviert unser Team zum Weitermachen. Mit gutem Beispiel geht er voran und schwups ist er schon in die Radklamotten geschlüpft und begibt sich auf eine Inspektionsrunde.

Zwei Runden spaeter ist er wieder da. Das Rad, wie zu erwarten, saumäßig dreckig, aber das ist jetzt egal. Er meint, es würde mit erhöhter Vorsicht, besonders im zweiten Singeltrail, gehen. Christian übernimmt und fährt die nächsten zwei Runden.

Alle im Team ziehen mit und nach ein paar Runden sind wir schon wieder im gewohnten Wechselzyklus. Die Strecke wird von Runde zu Runde besser... und es wird wieder warm, sehr warm!

Jens ist auf seinen letzten drei Runden. Er muss nochmal alles geben, damit Pierre kurz vor Schluß noch die Finisherrunde fahren kann. Alles klappt 11:57 Uhr kommt Jens die Wechselzone reingeschossen, Pierre übernimmt ein letztes Mal den Transponder und beschleunigt im Wiegetritt. Jetzt nochmal Daumen drücken dass alles gut geht und wir ihn gleich im Ziel gesund wiedersehen.

Sonntag 12:17 Uhr

20 Minuten später ist er wieder da, alles ist klar gegangen. Wir haben es geschafft!!!

Fazit

Ein tolles Wochenende. Die Erschöpfung hält sich in Grenzen, einzig ein bisschen Schlafmangel macht sich bemerkbar. Ein 4-Team scheint eine gute Lösung zu sein, man ist nie so erschöpft, dass man auf der Strecke nicht mehr angreifen kann. Besonders hintenraus war ich über die konstante, ja sogar nochmal ansteigende Leistung überrascht.

Unser Ziel durchzukommen haben wir denke ich übererfüllt! Erster sind wir zwar nicht geworden, aber es geht uns auch heute, einen Tag später nicht viel schlechter als nach einem normalen Wochenende.

Fürs nächste Mal wissen wir dann, was wir noch besser machen müssen :)

-- Marcus