TU Chemnitz, Fakultät für Informatik
Lehrstuhl Modellierung u. Simulation
Prof.Dr.Köchel / Flohrer

Belegaufgabe zum Praktikum "Diskrete Simulation"


Postamt


Die Arbeitsorganisation in einem kleinen Postamt, das über 3 Schalter verfügt, soll verbessert werden. Mittels eines Simulationsexperiments ist zu ermitteln, bei welcher der nachfolgenden Varianten die geringsten mittleren Wartezeiten auftreten:

(A) an allen Schaltern werden alle Leistungen angeboten
(B) Teilspezialisierung der Schalter
(dadurch Reduzierung der Bedienzeiten für Paketabfertigung und Geldgeschäfte):
(C) Vollspezialisierung
--> wie (B), aber allg. Postleistungen nur an Schalter III

Aus einer statistischen Erhebung ist bekannt:

Kundenwunsch   rel.Anteil         mittl.Bedienzeit bei Variante
                                 (A)        (B)            (C)
____________________________________________________________________

nur allg.          40 %           1          1/0.8         0.8
nur Paket          20 %           5          3.5            3
nur Geld           15 %           4          3              3
allg.+Paket        10 %           6          4.5
allg.+Geld         10 %           5          4
Paket+Geld          5 %           9          6.5
Gegenwärtig treffen im Mittel 0.6 Kunden je ZE ein. Für die Zukunft wird mit einem Kundenandrang von bis zu 1.2 Kunden/ZE gerechnet.
Es wird angenommen, daß die Kunden bei Wahlmöglichkeit den Schalter mit der kürzesten Warteschlange wählen und dort warten,bis sie an der Reihe sind.
Bei den Varianten B und C kann es vorkommen, daß sich ein Kunde an verschiedenen Schaltern anstellen muß; es ist davon auszugehen, daß er seine Geschäfte dann in der Reihenfolge " Paket vor Geld vor allgemein" ausführen wird.

Untersuchen Sie zusätzlich, welchen Einfluß das sogenannte "Queue-Swapping" (freiwerdender Schalter übernimmt Kunden aus der Warteschlange eines anderen Schalters) hat !


Jens Flohrer; 12.12.1994