TU Chemnitz, Fakultät für Informatik
Lehrstuhl Modellierung u. Simulation
Prof.Dr.Köchel / Flohrer
Belegaufgabe zum Praktikum "Diskrete Simulation"
Kreisverkehr
Von einer ringförmigen Straße zweigen gleichabständig 4 Ausfallstraßen ab.
Die Ringstraße ist als Hauptstraße und als Einbahnstraße (entgegen Uhrzeigersinn ) ausgeschildert.
Von jeder der 4 Einmündungen sei bekannt:
- die Ankunftsintensität in Fahrzeugen/Zeiteinheit (MARKOVsch)
- die Wahrscheinlichkeitsverteilung der Zielrichtungen
( z.Bsp. mit Wkt. 1/2 geradeaus,
mit Wkt. 1/3 nach rechts [ fährt nur Viertelkreis ] und
mit Wkt. 1/6 nach links [ muß 3/4 - Kreis fahren! ] )
Aufgabe A
Simulieren Sie den Verkehrsfluß unter folgenden Modellannahmen:
- Die Einmündungen sind genau d=4 Streckeneinheiten (SE) voneinander entfernt
- Alle Fahrzeuge auf dem Ring bewegen sich mit der konstanten Geschwindigkeit v0 = 1 SE/ZE .
- Das Verlassen der Hauptstraße wird rechtzeitig angezeigt.
- Der Mindestabstand zwischen 2 Fahrzeugen betrage 1 SE.
- Die von einer Einmündung auf den Ring auffahrenden Fahrzeuge erreichen die Geschwindigkeit v0 nach genau 2 ZE und befinden sich dann bereits 1 SE von
der Einmündung entfernt.
- --> Folgerung aus (2) bis (5): Der Ring darf befahren werden, wenn
- a) ... der Gegenverkehr mindestens 2 SE entfernt ist
- b) ... das auf dem Ring befindliche Fahrzeug mind. 1 SE entfernt ist
und das Verlassen der Ringstraße anzeigt
- c) ... seit dem Start des Vorgängers in der Warteschlange mind. 1 ZE vergangen ist)
Wählen Sie geeignete Testparameter und ermitteln Sie für die einzelnen Einmündungen die mittleren Warteschlangenlängen, mittleren Wartezeiten sowie die Wkt., daß der Ring sofort befahren werden kann !
Unter welchen Bedingungen verhält sich das System stationär ?
Aufgabe B
Ausgehend von einem stationären Regime gemäß Aufgabe A soll sich die Ankunftsintensität an einer Einmündung sprunghaft für 1000 ZE verdoppeln ("rush-hour") und danach wieder auf den ursprünglichen Wert absinken. Schätzen Sie ab, wie lange es dauert, bis sich die Warteschlangen wieder auf "normale" Werte eingepegelt haben !
Jens Flohrer; 12.12.1994