VGA+Tastatur-Umschalter

Wer sich einen neuen PC kauft, will seinen alten nicht immer gleich wegwerfen. Auch gibt es Situationen, wo 2 (oder mehr) PCs am Arbeitsplatz sinnvoll oder wichtig sind.

Tastatur-Mitschalter Hat der Monitor bereits zwei Eingänge, ist eine Tastatur-Mitschaltung mittels zweipoligem Relais (vom Monitor versorgt und an seine Rückwand angehangen) dringend angeraten. (Siehe FAQ.) Man spart sich den Umschalter mit seiner murphyschen Eigenschaft, stets „falsch“ zu stehen.

Mit oder ohne Umschalter; mit einem lokalen Netzwerk sollten die Computer schon verbunden sein.

Im Foto zu sehen ist auch eine experimentelle, aber bisher ungetestete Maus-Umschaltung.

Bestand

Solche einfachen Umschalter schalten stur alle Tastatur- und SubD-Leitungen. Die Zuführung zum Schalter erfolgt über ca. 15 cm lange Litzedrähte. Der Schalter selbst ist reichlich gefettet. Vorderseite

Die Folgen: Insgesamt ist ein solches Gerät unbefriedigend.
Immerhin lässt es sich mit mäßigem Aufwand so umrüsten, dass alle Probleme verschwinden. Das Verwertbare daran ist das robuste Gehäuse und der vielpolige Schalter. Da man viel weniger Umschaltkontakte braucht als vorhanden, bleibt viel Reserve; man kann auch einige parallel schalten, oder einen Kreuzschalter bauen, und für's nächste Mal reicht als Ausgangspunkt ein weitaus billigerer LPT- oder COM-Umschalter (bei Reichelt für ca. 5 Euro).

Schalter putzen

Der Schalter ist komplett abzulöten und auseinanderzunehmen. Danach werden die Schaltflächen vom übermäßigen Fettauftrag befreit und Kontaktspray eingetropft. Dann kann der Schalter - durchaus nass in nass - zusammengebaut werden.

Monitor-Umschaltung

Im Vorfeld ist zu klären, ob man Monitorkabel mit 2x Stecker oder lieber Verlängerungskabel zukaufen möchte. Im letzteren Fall kann man diese Kabel auch anderweitig verwenden, braucht aber noch zwei Einbau-SubD-Stecker.

Für den Monitor müssen die RGB-Signale mit Koaxialkabel an den Schalter geführt werden. Also SubD Pin 1,2,3 (Innenleiter); die Außenleiter (Pin 6,7,8) werden in Schalternähe dauerhaft verbunden. Die Leitungen 10 (GND) und 11 (Monitor-ID: VGA) liegen ohnehin zusammen auf Masse, Leitungen 4,5,9 entfallen. Die übrigen Kontakte 12,13,14,15 müssen geschaltet werden (HSync, VSync und 2x DCC).

Innenansicht Wer wie im Bild alte Monitorkabel verwendet, erspart sich einen Teil der Lötarbeiten, braucht keine Buchsen, spart Platz im und hinter dem Gehäuse. Die Bildqualität kann nur besser sein. Aber in meinem Fall hatten diese Leitungen keine DCC-Signale. Auch ist die Demontage etwas erschwert; deshalb habe ich diese Leitungen alle unten angelötet, damit sie möglichst wenig stören.

Tastatur-Umschaltung

Dafür benötigt man gerade mal 2 Umschalt-Kontakte! Auf eine Umschaltung sollte man keinesfalls verzichten. Wenn ein Rechner (bzw. der Bildschirm, auf den man gerade guckt) nicht auf Tastendrücke reagiert, ist man sehr schnell geneigt, das schlimmste zu vermuten, und versucht automatisch immer „härtere“ Tastenkombinationen, etwa Strg-C — Strg-Untbr — Alt-Enter — Strg-Esc — Strg-Alt-Entf. Wer daraufhin schon mal den falschen Rechner gebootet hatte, weiß, wovon hier die Rede ist.

Für Diodenstecker gilt:

Für PS/2-Stecker gilt bei anderer Pin-Belegung sinngemäß das gleiche. Aber dafür gibt es ja auch Adapter.

Rückseite Wer wie ich alte Tastaturkabel verwendet, spart Platz und Lötarbeiten, denn es gibt ohnehin keine Tastaturkabel mit 2x Stecker zu kaufen, oder? Audio-Diodenkabel sind weniger geeignet, da der Schirm dort an Pin 2 nicht an Masse, sondern an einer Datenleitung zu liegen kommt. Liegt der Schirm obendrein gar an der Steckerabschirmung, baut man Kurzschlüsse! Solche Kabel sind hierfür unbrauchbar.

Problematisch bleibt nur der Bootvorgang von Windows 2000 und XP: Ohne Tastatur während des Bootens laden diese Systeme schlichtweg keinen Treiber, und wie gibt man wohl das Passwort mit der Maus ein? Oder startet den Rechner in „sanfter“ Weise? - Hau wech die Scheiße!

Fertig ist die Melkmaschine!

Innenansicht
Alles in allem: ein Klumpen mit vier Strippen

Maus-Umschaltung inklusive?

Eine Maus-Umschaltung ist nicht so wichtig, da es nach meiner Erfahrung noch gut möglich ist, neben der Tastatur zwei Mäuse zu haben. Dass man gerade die falsche Maus benutzt, bemerkt man sehr schnell intuitiv, weil man ohnehin immer erst mal „wackelt“, um zu sehen, wo der Mauspfeil gerade ist.
(Die menschliche Seh-Wahrnehmung ist eher auf bewegte Objekte fixiert; eine Eingenschaft, aus der es kein Entrinnen gibt, und was schamlos von der Werbe-Industrie ausgenutzt wird.)

Zunächst müssen beide Rechner die Maus an der gleichen Schnittstelle betreiben können.

Serielle Schnittstelle

Die Umschaltung der Maus ist nur bei einer klassischen 3-Tasten-Maus möglich. Man benötigt nur einen Umschaltkontakt auf RxD.

Bei 2-Tasten-Mäusen oder Logitech-Mäusen sollte ein Kreuzschalter dafür sorgen, dass immer jeder Computer eine Maus abbekommt: dafür baut man in das Innere des Umschalters eine tote Maus! Nur der Chip muss funktionieren und dem Computer zur gegebenen Zeit ein „M“ schicken. (Ob das „M“ für „Mouse“ oder „Microsoft“ steht, konnten Computergeschichtsexperten bis heute noch nicht endgültig erklären.) Die beiden (+ und -) Versorgungsspannungen sollten wie bei der Tastatur mit Dioden zusammengeführt werden; bei den meisten Mäusen müssen es nicht unbedingt Schottky-Dioden sein.

Busmaus

Man muss zwei gleiche Karten haben und die aktiven Leitungen schalten. Aber wer benutzt heutzutage noch zwei solch museale Stücke?

PS/2-Maus

Ungetestet. Die Stromversorgung sollte wie bei der Tastatur gelöst werden. Es genügt auch, die Tastatur-Dioden gleich mit zu verwenden.

USB-Maus

Ungetestet. USB-Umschaltung als solche ist zweifellos zukunftsträchtig. Ob man die Speisespannung mit Dioden zusammenführt oder diese besser auch schaltet muss untersucht werden. Letzteres vermeidet die an sich unzulässige Reduktion der Betriebsspannung.

Keinesfalls dürfen Dioden mit Schaltern überbrückt werden; ansonsten würde ein PC den ausgeschalteten PC mitversorgen(!), sobald der Schalter auf dem ausgeschalteten PC steht. Die Folge: defekte oder brennende Dioden, defekte Mini-Sicherungen auf dem Mainboard, durchgebrannte Leiterzüge...