USB-3.0-Strommesser
Bei verdächtigen Geräten sowie bei Eigenbauten möchte man gern die
Stromaufnahme von USB-Geräten messen, ohne sein Multimeter dafür herzugeben.
Für Stromversorgung sorgt USB ohnehin, da eignet sich auch eine altmodische
Schaltung mit LED-Anzeige, ganz ohne Batterien.
1. Variante: Mit C520
Der Rückgriff auf die Bastelkiste mit
DDR-Bauelementen
erfolgte, um mal lagernde Bestände auszuräumen.
Richtig schön macht sich der anreihbare Stufenschalter.
Einige neumodische
„NSW“-Bauteile
werden dennoch gebraucht:
- Kleingeräte-Gehäuse, Reichelt „GEH KS 21“
- USB-3.0-Verlängerungskabel (zum Anzapfen und Durchführen) „USB3 A-VL 100 BL“
(damit es auch für ganz moderne Geräte funktioniert!)
- High-Side-Strommesser INA201 (TI-Testmuster)
- 2 SMD-Widerstandsnetzwerke, 2 SMD-Spulen, 2 SMD-Kondensatoren, 1 Schottky-Diode
- n-Kanal-MOSFET (Typ nahezu beliebig, RDSon sollte klein sein)
im SOT223-Gehäuse
Der Einsatz des „besseren“ A/D-Wandlers C500 + C502 bot sich nicht an wegen
seiner ungünstigen Stromversorgung mit ± 15 V.
Der C520 begnügt sich dagegen mit 5 V, optimal für USB also.
Schaltung
Schaltplan,
Eagle-Quelle
Hinweis: Die Eagle-Quelle enthält auch eine ordentliche,
aufs notwendige reduzierte und universell einsetzbare Eagle-Bibliothek
mit C520 und D348 und ist komplett deutsch kommentiert.
Funktionsprinzip
- Der anreihbare Stufenschalter S0..S4 ist hier zentrales Bauelement.
Der obere Teil (S1+S2) bildet einen Stromteiler (Shunt) mit 1-%-Widerständen
(ich denke, das reicht für's erste).
Die Schottky-Diode D1 schützt vor zu großen Spannungsabfällen
durch falsche Messbereichswahl und für kontinuierliche Stromversorgung
der Last bei Schaltvorgängen.
- Die vom Shunt abfallende Spannung (max. 20 mV) wird von IC3 abgegriffen,
verstärkt und auf 0 V pegel-umgesetzt.
- Der untere Teil (S3+S4) schaltet den Dezimalpunkt der Anzeige
sowie, über die Transistoren T5 und T6, zwei Anzeige-Segmente für die
Signalisierung von „mA“ und „µA“.
- Über T4 wird die gesamte Schaltung bei Linksanschlag des Stufenschalters
stromlos gemacht. T4 erspart hierbei zwei weitere sonst notwendige Schaltkammern.
- Der anzeigende A/D-Wandler mit C520 und D348 ist in Standardbeschaltung
ausgeführt.
Mechanisch sitzen die beiden Schaltkreise unter der Anzeige.
Letztere sitzt auf einem Sockel, um auf die richtige Bauhöhe für das
verwendete Gehäuse zu kommen.
- Vorausgesetzt, die Shunt-Widerstände sind einigermaßen engtolerant
erfolgt der gesamte Abgleich der Schaltung mit 2 Trimmpotenziometern.
Layout
![Klicke für Vektorgrafik [Layout]](us1b.png)
Doppelseitiges Layout
Das handgeroutete Layout ist passend für das Gehäuse gemacht und ist mit
häuslichen Mitteln erstellbar:
- minimale Leiterzugbreite: 300 µm,
- minimaler Leiterzugabstand: 300 µm,
- minimaler Bohrdurchmesser: 0,5 mm,
- alle Lötstellen erreichbar,
- Durchkontaktierungen nicht unter SMD-Bauelementen,
- minimale Anzahl von Durchkontaktierungen.
Aufbau-Fotos
Die bestückte Leiterplatte von oben und unten.
Der C520 und der Siebensegmentdekoder befindet sich unter den gesockelten Anzeigen.
Weitere Fotos:
- Alle Teile (Gehäuse, Schrauben)
- Gefräste Tasche,
also eine Vertiefung im Gehäusedeckel für den Stufenschalter.
Diese wurde mit einem flach geschliffenen 6-mm-Bohrer auf einer
Tischbohrmaschine handgefertigt.
Resümee
Der High-Side-Strommesser INA201 hat laut Datenblatt bis zu 1 V
(viel zuviel) Restspannung,
um als geeigneter Rail-To-Rail-OPV durchzugehen.
Bei mir sind's zum Glück nur 8 mV.
Der Eingangswiderstand ist für den Stromteiler zu gering,
sodass dieser nicht ganz dekadisch arbeitet.
Eine nachträglich eingebaute Biasstromkompensation
(200-Ω-Widerstand am +-Eingang) ist unbedingt erforderlich.
2. Variante: Mit Mikrocontroller
Verendende Bestände an C520 führen zur Lösung mit Mikrocontroller,
entweder Atmel ATtiny/ATmega oder Texas Instruments MSP430.
(Einen C7136 wollte ich mir nicht antun.)
Später mehr!
Henrik Haftmann, 31. Mai 2010