28. August 2007



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Chengdu - Die Stadt der Pandas


Chengdu ist Jings Heimatstadt. Eine kolossale Mao-statue gruesst ueber der Innenstadt, doch der Anblick taeuscht: Chengdu(2.9 Mio) ist naemlich ganz und gar nicht von gestern. Die Hauptstadt der Provinz Sichuan liegt im Zentrum einer von jeher auf kulturelle und politische Eigenstaendigkeit pochenden Region hier geht man mit der Zeit, ohne sich gleich auf jeden neuen Trend von der Ostkueste einzulassen. Die zahlreichen Teegaerten der Stadt zaehlen zu den gemuetlichsten ganz Chinas. Wir hatten ausgiebig Zeit eine Menge Teegaerten zu besuchen. Die Stadt wird auch Hibiskustadt genannt, sie ist der Ausgangspunkt fuer zahlreiche lohnende Touren und nicht zuletzt fuer fast alle Tibetreisen.






Wu Hou Ci ist ein Tempel des Markgrafen von Wu, er ist dem genialen Strategen ZhugeLiang gewidmet. Damals war ganz China in 3 Provinzen aufgeteilt und Chengdu war die Hauptstadt von einer davon. ZhugeLiang war die rechte Hand vom Koenig damals. Auf dem Bild ist ZhugeLiang dargestellt. Man sagt von ihm, dass er sich selbst ein Grab gebaut hat, welches jedes Jahr sich ein Stueckchen weiter bewegt.






Die Innenstadt von Chengdu sieht sehr modern aus, wobei man unbedingt in der Nacht dort gewesen sein muss. Alles ist wunderschoen beleuchtet, und man kann dem Farbenspiel zuschauen. Hier sehen wir die Mao-Statue, die in der Stadt die einzige geblieben ist, obwohl direkt nach Maos Tod in einer Nacht alle Statuen abgebaut wurden.








Oben rechts sieht man den Wang Jiang Lou Park: Ein idyllischer Teegarten zwischen Bambushainen am Fluss. Die Dichterin Xue Tao ( gest. um 834) aus der Tang-Zeit soll hier gelebt haben.






Das Essen in Sichuan ist das schaerfste in ganz China. Man betrachte diesen Chilli-Topf von Jings Mum. Das ist aber noch nicht das Schaerfste, es gibt ein Gewuerz, Hua Jiao, welches eigentlich nur dazu fuehrt, dass der Mund und die Lippen betaeubt werden. Eigenartiger Geschmack. Meistens werden die Speisen ohne den Kopf zu entfernen auf den Tisch gestellt, oder auch mal lebend!






Du Jiang Yan ist das aelteste und bedeutendste Staudammprojekt der Welt. Es ist nicht weit von Chengdu entfernt und wir haben es besichtigt. Es wurde vor ca. 2000 Jahren erbaut und beschuezt bis heute die Stadt Chengdu vor Hochwasser. Auch dieses Jahr gab es in Sichuan ein grosses Hochwasser, aber seit 2000 Jahren gab es durch das ausgekluegelte System kein Hochwasser mehr in der Stadt selbst.






Wenshu Yuan, das Manjushri Kloster stammt in seiner heutigen Form aus dem Jahr 1706. Die Bibliothek in der letzten Haupthalle zeigt kostbare Schriften, darunter Sutrentexte, die im 18.Jh. von drei Moenchen mit dem Blut ihrer Zungenspitze geschrieben wurden. Neben den Tempeln gibt es zwei Schildkroetenteiche. Die Chinesen kaufen jedes Jahr Schildkroeten und lassen sie dort frei, um ihrem buddhistischen Glauben Ausdruck zu verleihen. Vor dem Tempel haben wir "11 Koestlichkeiten" gegessen.






Wan Hua Xi ist das Spazierparadis Chengdus. Die ganze Stadt moechte ganz gruen sein, was allerdings nicht wirklich umsetzbar sein wird. Wenn man auf dem Weg zwischen dem ganzen Bambus spazieren geht dann kann man einige chinesische Gedichte auf dem Weg lesen. Man kann also etwas ueber die Vorfahren der Stadt (das eine Bild zeigt schon mal 4 beruehmte Dichter ;-) ) lernen.






Es gibt in China einige Familientraditionen, von denen ich auch ein paar miterleben durfte. Z.B. werden die Toten jedes Jahr 3 mal geehrt, indem fuer sie spezielles Geld auf der Strasse verbrannt wird. Das Geld muss vollstaendig verbrannt werden, damit die Vorfahren der Familie es im Jenseits auch verwenden koennen. Man verbrennt auch Schuhe, und Kleider. Wir sind zur Familienbegraebnisstelle gefahren, und haben dort sogar eine grosse Papiervilla verbrannt, damit die Toten darin wohnen koennen. Jings Vater hat getraeumt, dass seine Eltern bereits in das Haus eingezogen sind...






Die Bilder oben zeigen Jings Cousins und Brueder beim Huo Guo Essen. Das ist der beruehmte Feuertopf den es nur in der Sichuan Provinz gibt. Rechts ist ein Bild von Jings Bruder Kun und seiner Freundin.






Einen schoenen Abschluss unserer Reise ist der Besuch des Panda Research Centers. Hier werden eigentlich alle Pandas der Welt gezuechtet und dann an die Zoos verschenkt. Es gab sogar einen Pandakindergarten. Sehr suess!






Am vorletzten Abend waren wir mit Jings Onkel (rechtes Bild: rechts) und Jings Dad (links) Meeresfruechte essen. Es gab alles was man sich so vorstellen kann Krebse, Garnelen und Schnecken. Das Highlight war eine Riesengarnele. Das Hinterteil war ausgebreitet auf Eis, waehrend sich der Kopf und die Augen noch bewegten. Aber nicht lange, denn dann wurde der Kopf auch noch abgeraeumt und uns 5 min spaeter serviert... In einem Riesigen Aquarium konnten sich die Gaeste aussuchen, was sie essen wollten, neben den bereits genannten Spezialitaeten schwammen in den Aquarien auch noch Kaimane, riesige Tiefseefische und 2 Robben!!


In ein paar Stunden fliegen wir bereits zurueck, das war also der letzte Bericht.
Wir hoffen es war interessant fuer euch und hat Spass bereitet zu lesen.

Bis bald und Gruesse von

Jing & Andi




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28. August 2007