Motiv für Geschichte

Geschichte des Zinngießens

Motiv für Geschichte

Das Metall Zinn wurde aufgrund seiner günstigen Eigenschaften schon sehr zeitig als Werkstoff genutzt. Die ältesten Zinngegenstände sind etwas über 5000 Jahre alt und wurden in Persien als Grabbeilagen gefunden. Außerdem gab die Legierung Zinn- Kupfer, Bronze genannt einer ganzen Kulturepoche ihren Namen. Die Gießtechnik war eine recht einfache, es wurde eine einfache Form aus Lehm angefertigt die man nach dem Ausgießen zerschlug. Dieses Verfahren nutzt man noch heute beim Gießen von Kirchenglocken. Zinngebrauchsgegenstände erfreuten sich bis ins 19. Jh. hinein einer großen Beliebtheit. Doch da man schon seit der Antike für solche Gegenstände Zinn- Blei- Legierungen benutzte und somit auch schon im Mittelalter die giftige Eigenschaft von Blei bekannt wurde, gab es seitens der Zunft in der jeweiligen Stadt bald feste Bestimmungen für die Zusammensetzung der Legierung. Auch spielte der Wert der Legierung bei der Festlegung des Verkaufspreises des Zinngegenstandes eine entscheidende Rolle, was zusammen eine Kennzeichnung desselben notwendig machte. Zu Beginn reichte es aus, dass der Meister sein eigenes Zeichen anbrachte um für die Qualität seiner Produkte zu garantieren, welche zudem regelmäßig von der Zunft kontrolliert wurde. Bei Verstößen wurden dann Punkte in das Zeichen eingearbeitet. Durch die steigende Anzahl der Zinngießer wurde die Übersicht mit der Zeit so stark erschwert, dass das eine Zeichen des Meisters doch nicht mehr genügte. Aus diesem Grund bekam nun auch noch jede Stadt ihren Stempel, das meist links und rechts vom Meisterzeichen angebracht wurde. Sind noch weitere Zeichen auf einem Stück zu erkennen, so stammen diese oft von den Goldschmieden, die die Gravur aufbrachten oder Muster eintrieben. Das größte Zentrum des kunsthandwerklichen Zinngießens war bis ins 13. Jh. hinein Cornwall in England und wurde dann von Nürnberg abgelöst. In Nürnberg wurde dann auch die Legierung des Probezinns festgelegt (90% Zinn, 10% Blei) das gesundheitlich noch relativ unbedenklich ist. Diese Zusammensetzung ist auch heute noch der Grenzwert, doch sollte man bei Gegenständen die in Kontakt mit Nahrungsmittel kommen können, auf Blei gänzlich verzichten. Das Ende für die große Verbreitung von kunsthandwerklichen Zinngegenständen lag an der Aufhebung des Zunftzwanges und der darauf folgenden Industrialisierung. Nur in ländlichen Gebieten konnten sie sich noch einige Jahrzehnte halten Ehemalige Zinngebrauchsgegenstände ließen sich nun massenweise aus festeren und vor allem billigeren Materialien herstellen. . Nun kamen die Zinsoldaten als Kinderspielzeug in Mode. Da jedoch diese Figuren sehr teuer waren, wurden um 1900 Gießformen verkauft, mit denen dann die Eltern ihren Kindern die Soldaten selbst gießen konnten. Mit der Zeit fanden sich dann Zinnliebhaber, die Zinngegenstände und Zinnfiguren als ihr Sammelgebiet entdeckten. Jeder von uns hat sicher schon einmal Dioramen mit den unterschiedlichsten Themen aus Geschichte, Natur oder Alltag gesehen. In Dresden befindet sich zur Zeit eine Ausstellung über die DRESDNER ZINNFIGURENMANUFAKTUR GEORG HEYDE im Museum für Sächsische Volkskunst Jägerhof, Köpckestraße 1, vom 21. Juni bis 2. November 2003. Ansonsten kann man sich noch die Zinnfigurenausstellung im Schloss Trebsen anschauen - es lohnt sich!

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